Ärzte Zeitung, 30.09.2005

Ein-Jahres-Daten für Aripiprazol bei Psychosen

Schizophrenie-Symptome waren nach einem Jahr Therapie deutlich gelindert / Kaum Gewichtszunahme

POTSDAM (gvg). Eine Langzeit-Therapie von Schizophrenie-Patienten mit Aripiprazol reduziert die Krankheitssymptome ähnlich effektiv wie eine Therapie mit Olanzapin. Günstig für die Patienten: Bei Aripiprazol kommt es kaum zu einer Gewichtszunahme.

Das atypische Neuroleptikum Aripiprazol (Abilify®) wurde in Deutschland vor über einem Jahr eingeführt. Auf einer Veranstaltung in Potsdam wurden jetzt die Resultate einer Langzeitstudie mit 753 Patienten vorgestellt. In der Studie erhielten bereits zuvor mit Neuroleptika behandelte Patienten, die einen akuten Rückfall hatten, entweder Aripiprazol oder Olanzapin über etwas mehr als ein Jahr.

Bei den Patienten, bei denen die Behandlung bis zum Studienende fortgeführt werden konnte, unterschied sich die antipsychotische Wirksamkeit beider Substanzen nicht signifikant. Wie Professor Max Schmauß von der Universität München berichtete, verbesserte sich der Punktwert auf der Skala PANSS (Positive and negative Syndrome Scale) in beiden Gruppen um jeweils 40 Prozent.

Der Wert umfaßt sowohl produktive (positive) Symptome wie Halluzinationen als auch negative Symptome wie Antriebsarmut und Gefühls-Verarmung.

Der mittlere PANSS-Wert kann zwischen 210 (schwerste Psychose) und 30 Punkten (symptomfrei) liegen. Bei Patienten, die in Schizophrenie-Studien aufgenommen werden, liegt er meist um 90, was einer ausgeprägten Symptomatik entspricht.

Statistisch signifikante Vorteile gab es bei einer Aripiprazol-Therapie beim Gewichtsverlauf, so Schmauß auf der vom Unternehmen Bristol Myers-Squibb unterstützten Veranstaltung in Potsdam. In der Aripiprazol-Gruppe hatten etwa 20 Prozent der Patienten, die die Studie beendet hatten, eine Gewichtszunahme von sieben Prozent oder mehr - in der Olanzapin-Gruppe waren es etwa 45 Prozent.

Die Abbrecherrate war in der Aripiprazol-Gruppe mit 55 Prozent etwas höher als mit Olanzapin (49 Prozent). Schmauß führte das auf eine etwas zu rasche Umstellung der Medikation zu Beginn des Studienprotokolls zurück. "Die Dosis des zuvor eingenommenen Neuroleptikums sollte nach Beginn der Aripiprazol-Behandlung in mehreren Schritten langsam reduziert werden", sagte Schmauß.

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