Ärzte Zeitung, 08.02.2008

Ein Test zur Früherkennung von schizophrenen Psychosen

Gestaltschließungstest - ein vielversprechender Ansatz

BERLIN (djb). Patienten mit früh beginnender Schizophrenie (Early-onset-Schizophrenie) haben eine schlechtere Prognose als Patienten, deren Psychose erst im Erwachsenenalter auftritt. Für die Früherkennung eignet sich möglicherweise der Gestaltschließungstest mit Ableitung visuell evozierter Potenziale.

Basissymptomskalen wie SPICY (Schizophrenia Prodromal Instrument for Childhood and Youth) eignen sich nicht zum Screening auf eine Early-onset-Schizophrenie, da sie nicht den Übergang von der präpsychotischen Phase in die schizophrene Psychose abbilden. Zudem ergäben sich damit oft falsch positive Befunde, hat Professor Franz Resch aus Heidelberg bei einem Kongress in Berlin berichtet. Vielmehr werde für die Früherkennung und Frühintervention eine multimodale Diagnostik benötigt.

Ein vielversprechender Ansatz ist der Gestaltschließungstest (Perceptual closure task), bei dem mittels visuell evozierter Potenziale Defizite in der visuellen Verarbeitung nachgewiesen werden können. Die Patienten sollen aus einem unvollständigen Muster, das schrittweise deutlicher wird, eine bestimmte Gestalt finden.

Patienten mit schizophrenen Psychosen erkennen die Gestalt in der Regel viel schlechter als Gesunde. Eine Untersuchung mit je 20 Patienten mit frühem oder adultem Krankheitsbeginn hat gezeigt, dass Adult- onset-Patienten am schlechtesten abschnitten. Bei den visuell evozierten Potentialen zeigten Early-onset-Patienten zudem ein abweichendes Muster.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »