Ärzte Zeitung, 18.10.2005

Müde trotz Überdrucktherapie bei Schlafapnoe?

Oft muß Geräte-Druck erhöht oder Maskentyp gewechselt werden / Bleibt Tagesmüdigkeit, ist Medikament Option

BERLIN (gvg). Etwa ein Drittel der Patienten, die wegen obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms (SAS) mit nächtlicher kontinuierlicher Überdrucktherapie (CPAP) behandelt werden, klagen weiter über Tagesmüdigkeit. Dann ist detektivisches Gespür gefragt.

Dr. Peter Geissler vom Schlafmedizinischen Zentrum der Universität Regensburg berichtete auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin von einer eigenen Untersuchung bei 156 SAS-Patienten, die mit CPAP behandelt wurden. 31 Prozent von ihnen hätten trotz der Versorgung mit einem CPAP-Gerät weiter über Müdigkeit geklagt.

Bei einem Viertel sei die Compliance das Problem gewesen, so Geissler auf der von Cephalon unterstützten Veranstaltung. Die Patienten hatten das CPAP-Gerät weniger als 3,5 Stunden pro Nacht eingesetzt. Bei weiteren 19 Prozent war etwa die Einstellung des Geräts nicht optimal. Oft mußte der Druck erhöht werden.

Nach Erfahrungen von Privatdozent Ingo Fietze aus Berlin läßt sich sogar bei bis zu zwei Dritteln der Betroffenen die Tagesmüdigkeit durch eine Optimierung der CPAP-Beatmung verringern. Außer einer Druckerhöhung könnten auch ein Austausch des Maskentyps, eine Befeuchtung der Atemluft und etwa Kinnbinden zum Erfolg führen.

Es kann aber auch eine zweite Schlafstörung zusätzlich zum SAS bestehen. Bis zu einem Viertel der Patienten beschreiben Beschwerden, die zu einem Restless-Legs-Syndrom passen.

Bei etwa einem Drittel der Betroffenen lasse sich die Ursache für die persistierende Müdigkeit trotz aller Detektivarbeit des Kollegen nicht finden, so Geissler und Fietze übereinstimmend. Dann könne eine vigilanzsteigernde Behandlung indiziert sein. Das einzig zugelassene Medikament bei dieser Indikation sei Modafinil (Vigil®), das die Tagesschläfrigkeit in mehreren kontrollierten Studien reduziert habe, so Fietze.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nicht immer geht's sofort zum Arzt

20- bis 50-jährige Patienten in Deutschland sind offenbar leidensfähig. Denn sie verschieben den Arztbesuch oft um Wochen oder Jahre, obwohl sie Beschwerden haben. mehr »

Bei Meniskusriss nicht vorschnell operieren

Ärzte sollten bei Meniskusrissen nicht gleich eine arthroskopische Operation einleiten. Oft kommen Betroffene auch mit Gymnastik und Physiotherapie zum Ziel. mehr »

Sinken die Konnektor-Preise?

Wie werden sich die Preise für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur entwickeln, wenn dann vier Konnektoren auf dem Markt sind? Die Selbstverwaltung hofft auf sinkende Preise - doch ob das so kommt, ist fraglich. mehr »