Ärzte Zeitung, 14.10.2013

Müdigkeit am Steuer

Schlafmediziner schlagen Alarm

BERLIN. Müdigkeit am Steuer wird nach Meinung von Wissenschaftlern als Unfallursache auf Deutschlands Straßen extrem unterschätzt. Nach dem Zwischenergebnis einer Online-Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) bekennen sich 42 Prozent der befragten Auto- und Lastwagenfahrer zu Schlafattacken hinter dem Lenkrad.

Hauptgründe seien zu wenig erholsamer Schlaf oder Schlafstörungen. Schätzungsweise jeder fünfte Unfall werde durch diese Übermüdung verursacht, teilte die Gesellschaft am Sonntag in Berlin mit. Sekundenschlaf ist häufig eine Ursache für schwere oder tödliche Unfälle.

Mit ihrer Aktion "Wake up" wollen Schlafmediziner aus 19 europäischen Ländern Ende dieser Woche EU-Verkehrsexperten in Brüssel auf das hohe Ausmaß von Schläfrigkeit beim Autofahren hinweisen. Die deutschen Experten fordern unter anderem, dass bei Führerscheinprüfungen künftig verpflichtend Fragen zum persönlichen Schlafverhalten gestellt werden.

Solche Maßnahmen seien insbesondere mit dem Blick auf Berufskraftfahrer dringend nötig, hieß es. Für viele Schlafstörungen und Schlafkrankheiten gebe es Therapien.

Für die Umfrage der Schlafmediziner wurden in Europa bis Anfang Oktober rund 12.700 Menschen online interviewt. Aus Deutschland flossen bisher die Antworten von 759 Teilnehmern ein. Die Befragung wird weiter fortgesetzt.

Die Trends über das Ausmaß von Müdigkeit am Steuer seien für Deutschland aber bereits klar erkennbar, teilte die DGSM mit. Ende 2012 hatte eine repräsentative Umfrage des Deutschen Verkehrssicherheitsrats ergeben, dass ein Drittel der Interviewten beim Autofahren schon einmal in einen Sekundenschlaf gefallen war. (dpa)

Topics
Schlagworte
Schlafstörungen (533)
Epidemiologie (483)
Organisationen
DGSM (38)
Krankheiten
Schlafstörungen (1038)
[14.10.2013, 18:17:38]
Dr. Fritz Gorzny 
Häufige Ursachen des Sekundenschlafes sind auch Binokularstörungen
Das Führen eines Kraftfahrzeugs stellt höchste Anforderungen an unser visuelles System.Das Aufrechterhalten der Binokularfunnktion erfordert äußerste Anstrengung der Fusion vor allem bei ungünstigen Sichtbedingungen wie Dunkelkeit, Nebel, Blendung, die mit enormen Energieverbrauch gekoppelt ist und zu rascher Ermüdung führt. Betroffene Personen sollten unbedingt ihre Sehschärfe und vor allem ihr Binokularsehen untersuchen lassen. Letzters möglichst nach der Meß-und Korrektionsmethodik nach Haase am Polatest, da hier die Defizite am sichertsen diagnostiziert und auch korrigiert werden können.Infos unter IVBS.org zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

15:47Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »