Ärzte Zeitung, 18.09.2010

US-Kardiologen warnen vor rauchfreiem Tabak

CHICAGO (Rö). Rauchfreie Tabakprodukte sind keine sichere Alternative zum Zigarettenrauchen, sagt die American Heart Association. Sie sollten auch nicht zur Unterstützung bei der Raucherentwöhnung verwendet werden. Denn solche Produkte sind mit einer erhöhten Rate an kardiovaskulären Ereignissen assoziiert. Besonders das Risiko für einen tödlichen Herzinfarkt oder für einen tödlichen Schlaganfall ist gesteigert. Zwar gäbe es Hinweise, dass das kardiovaskuläre Risiko mit rauchlosen Tabakprodukten etwas geringer sei als beim Zigarettenrauchen, doch der Gebrauch rauchfreier Tabak-Produkte verschlechtere die Chancen nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Dazu komme ein erhöhtes Risiko für einige Krebsarten und ein Abhängigkeitspotenzial, schreibt Dr. Mariann R. Piano zusammen mit Kollegen in "Circulation" (2010, online). Der Gebrauch von rauchfreien Tabakprodukten führe zudem dazu, dass weniger Menschen das Rauchen aufgäben und häufiger zusätzlich dazu Zigaretten geraucht würden. Die Forscher erinnern außerdem an die vielfachen schädlichen Wirkungen, die Nikotin auf die Gefäße habe.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Drastisch veränderte Mundflora bei Krebs

Beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle ist die Zusammensetzung des oralen Keimwelt im Vergleich zu Gesunden drastisch verschoben. mehr »

Engagement, das Früchte trägt

Jungen Menschen fehlt es an Gespür für ehrenamtliches Engagement? Ein Vorurteil, wie sich bei der Springer Medizin Gala gezeigt hat. Deutlich wurde auch, dass Engagement für Hilfsbedürftige auch den Sinn für das Politische schärft. mehr »

So wird Insulin für Diabetiker produziert

Hinter den Toren des Industrieparks Höchst bieten sich faszinierende Einblicke in die Welt der Hochleistungs-Biotechnologie: Milliarden von E.coli-Bakterien produzieren hier das für Diabetiker überlebenswichtige Insulin. mehr »