Kongress, 21.04.2015

Entzug

Alkoholkranke bei Internisten in guten Händen

Alkoholsucht: Bei Internisten in guter Hand

Der qualifizierte Entzug ist eine rasch verfügbare Option für die Therapie bei Alkoholproblemen. Rund die Hälfte der Patienten ist nach einem Jahr trocken.

MANNHEIM. Carsten Spira vom AMEUS Klinikum Kaiserstuhl in Vogtsburg hielt beim Internistenkongress ein Plädoyer für den qualifizierten Entzug (QE) und appellierte an niedergelassene Ärzte, Patienten diese Therapie nicht vorzuenthalten.

Beim QE werden Patienten für 21 Tage in eine Klinik eingewiesen. Nach der somatischen Entgiftung erfolgt eine intensive, zeitgleich begrenzte Psycho- und Ergotherapie, die in ambulanten Nachsorgeeinrichtungen nahtlos fortgesetzt wird.

Der QE wird oft von psychiatrischen Einrichtungen angeboten. Er sei aber auch für internistische Akutkliniken geeignet, so Spira, zumal dort die häufigen somatischen Komorbiditäten optimal behandelt werden könnten.

Aus Sicht der Einweisenden ist der Vorteil des QE vor allem die gute Zugänglichkeit: Es ist kein Rehaantrag nötig. Plätze sind innerhalb einiger Tage zu bekommen.

Kernvorteil für die Patienten ist die relativ hohe Erfolgsrate: Nach reiner Entgiftung wird fast jeder Patient innerhalb eines Jahres rückfällig; die Quote beim QE liegt bei rund 50 Prozent.

Spira hatte in Mannheim aktuelle Daten von 112 Patienten der eigenen Klinik im Gepäck, die sechs bis zwölf Monate nach dem QE befragt wurden. 53 Prozent waren trocken, und jeweils 46 Prozent gaben an, sich körperlich oder psychisch stabilisiert zu fühlen: "Da sind wir schon ein bisschen stolz drauf." (gvg)

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