Schmerzen

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Opioide in der Hausarztpraxis – Chronische nicht-tumorbedingte Schmerzen

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 13.05.2005

Erster Erfolg mit Botulinumtoxin bei Fersensporn

Toxin nur einmal in die Stelle des größten Schmerzes injiziert, reduziert die Beschwerden über 39 Wochen lang

BADEN-BADEN (ner). Schmerzen bei chronischer Plantarfasziitis (Fersensporn) lassen sich oft nur schwer lindern. Der Orthopäde Dr. Richard Placzek konnte nun neun Patienten mit einer einmaligen Botulinumtoxin-Injektion helfen.

Die Idee sei ihm nach Erfolgen bei der Behandlung von Patienten mit Tennisellenbogen gekommen (wir berichteten), sagte Placzek bei der Jahrestagung der süddeutschen Orthopäden in Baden-Baden. Tierversuche hätten außerdem anti-entzündliche Effekte von Botulinumtoxin ergeben.

In der offenen Therapiestudie hatte Placzek neun Patienten mit Beschwerden seit mindestens 14 Monaten und erfolgloser konservativer Therapie (üblich sind etwa Polsterung und Entzündungshemmer) behandelt. Er injizierte einmalig 200 Einheiten Botulinum-Toxin A (Dysport®) fächerförmig subfaszial an der Stelle des größten Schmerzes. Danach beobachtete der Orthopäde von der Charité in Berlin den Krankheitsverlauf 39 Wochen lang.

Die Belastungsschmerzen nahmen auf der zehnstufigen visuellen Analogskala (VAS) von etwa neun (starke Schmerzen) auf sechs Punkte nach zwei Wochen ab, nach 39 Wochen lag der VAS-Wert durchschnittlich unter vier. Bemerkenswert daran sei, so Placzek, daß nach 14 Wochen das Toxin eigentlich komplett abgebaut sei, trotzdem fiel danach das Schmerzniveau noch weiter ab. Die Ruheschmerzen ließen in den ersten sechs Wochen rasch nach und blieben dann auf einem konstanten Niveau. Diese Wirkungen waren signifikant.

Unerwünschte Effekte wie Muskelschwächung oder systemische Wirkungen traten bei den Patienten nicht auf, sagte Placzek. Zudem sei der Zeitaufwand für Arzt und Patient minimal. Jetzt sollen in einer Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie die Resultate der Pilot-Untersuchung überprüft werden.

STICHWORT

Plantarfasziitis

Die Plantarfasziitis wird als Insertions-Tendopathie im Bereich des Plantarrückfußes angesehen, wo es zu kleinen Rissen der Aponeurose und Entzündungsreaktionen gekommen sein kann.

Typisch sind ein stechender Fußsohlenschmerz, besonders morgens beim Aufstehen, sowie belastungsabhängige Schmerzen. Im Röntgenbild ist häufig ein Fersensporn erkennbar, allerdings haben viele Menschen mit Fersensporn keine Beschwerden, und es treten auch ohne Fersensporn Symptome auf. Am Ansatz der Plantaraponeurose läßt sich ein Druckschmerz auslösen.

Die Ursachen der Plantarfasziitis sind weitgehend unklar. Übergewicht, stehende Berufe oder Überlastung bei Sportlern werden oft angeführt. (ner)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Strategie zur Künstlichen Intelligenz gefasst

Die Bundesregierung will Deutschland fit für die Künstliche Intelligenz machen. Dazu hat das Kabinett jetzt Eckpunkte einer Strategie beschlossen. Gesundheit ist ein zentrales Thema. mehr »

Oft wird gechattet mit dem Arzt

Das bundesweit beachtete Telemedizin-Modellprojekt DocDirekt in Baden-Württemberg kommt gut an, berichtet die KV. Besonders Männer nutzten das Angebot zur Fernbehandlung bisher. mehr »