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Schmerztherapie - nicht jeder erwartet das Gleiche

HAMBURG (awa). Vielen Patienten mit chronischen Schmerzen genügt es nicht, daß der Schmerz mit Medikamenten um 50 oder 30 Prozent verringert wird. Diese Parameter dienten zwar in Zulassungsstudien als Wirksamkeitsbeleg für Analgetika, versagten aber im Praxisalltag, so Dr. Gerhard Müller-Schwefe.

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"Notwendig ist vielmehr ein auf die Bedürfnisse des einzelnen Schmerzpatienten ausgerichtetes individuelles Behandlungsziel, das Patient und Arzt gemeinsam besprechen und während der Schmerztherapie überprüfen", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) aus Göppingen.

Der Schmerz müsse auf ein für den einzelnen Patienten erträgliches Niveau verringert werden, denn Schmerzen würden sehr unterschiedlich empfunden und ertragen. Gut ermitteln ließen sich aktueller Schmerz und individuelles Behandlungsziel (IBZ) auf einer analogen Skala von 10 (größter Schmerz) bis 0 (schmerzfrei).

Das IBZ-Konzept im Vergleich zum etablierten Behandlungsziel - 30- und 50prozentige Schmerzreduktion - wurde auch bei einer prospektiven Befragung von 5169 Patienten mit chronischen Schmerzen, die eine medikamentöse Therapie erhielten, untersucht. Die Befragung ergab, daß nur zehn Prozent der Patienten völlige Schmerzfreiheit als Ziel hatten.

Sie ergab außerdem, daß eine Schmerzreduktion um 30 Prozent nur bei 0,6 Prozent der Patienten mit ihrem IBZ übereinstimmte. Selbst bei einer Schmerzreduktion um 50 Prozent war das nur bei 17 Prozent der Patienten der Fall, wie Müller-Schwefe auf einer von Mundipharma unterstützten Veranstaltung in Hamburg berichtete.

Demzufolge beurteilten auch nur 29 Prozent der Patienten eine 30prozentige Schmerzreduktion als befriedigend. 52 Prozent beurteilten sie als ausreichend und 8,3 Prozent als mangelhaft. Bei 50prozentiger Schmerzlinderung vergaben 22 Prozent der Patienten die Note gut, 29 Prozent die Note befriedigend und 18 Prozent die Note ausreichend.

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