Schmerzen

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Ärzte Zeitung, 15.09.2011

Schmerzen stehen oft im Abseits

Akutschmerzen nach der Op: Patienten reden nicht darüber, Ärzte fragen zu selten nach - mit gravierenden Auswirkungen. Im schlimmsten Fall werden die Schmerzen chronisch.

Schmerzanamnese steht noch oft im Abseits

Visite am Krankenbett: Auch nach Schmerzen fragen.

© K-H Krauskopf, Wuppertal

MANNHEIM (bd). "Die Patienten gehen davon aus, dass sie nach einer Op automatisch Schmerzen haben müssten und sprechen deshalb bei der Visite nicht darüber", sagte Justus Benrath, Leiter der Mannheimer Schmerzambulanz.

Dabei könnten sie auch nach großen Eingriffen durch die präoperative Versorgung mit einem Schmerzkatheter nahezu schmerzfrei sein. An der Mannheimer Schmerzambulanz werden die Patienten, die in den Uni-Kliniken operiert werden, rund um die Uhr von Schmerztherapeuten betreut.

Dass eine effiziente postoperative Schmerztherapie auch das Überleben und die Heilungserfolge verbessert, sei durch Studien inzwischen hinreichend belegt, erklärte Professor Rolf-Detlef Treede von der Medizinischen Fakultät Mannheim bei einer Veranstaltung im Vorfeld des Deutschen Schmerzkongresses in Mannheim.

Nachholbedarf in der Inneren Medizin

Während die schmerztherapeutische Akutversorgung auf chirurgischen Stationen gut sei, bestehe auf internistischen Abteilungen Verbesserungsbedarf. Das habe eine Datenerhebung erst jüngst gezeigt, mahnten die Mannheimer Schmerzexperten.

So würden Schmerzen etwa auf einer kardiologischen Abteilung von den Ärzten häufig unterschätzt. Es sollte zur Routine werden, neben der Temperatur- und Blutdruckmessung auch die Schmerzintensität täglich abzufragen, forderte Treede.

Ein schnelles Handeln bei Akutschmerzen sei allein schon deshalb geboten, um eine Chronifizierung zu vermeiden, ergänzte Benrath. An der Universitätsmedizin Mannheim ist es das Ziel, die Schmerzanamnese und -überwachung auf möglichst allen Stationen einzuführen.

Patienten hätten ein Recht auf Schmerztherapie. Die Linderung von Schmerzen gehöre zu den vornehmsten ärztlichen Aufgaben, so Treede. Dies sei in einer Stellungnahme der Ethikkommission der BÄK erst kürzlich wieder bestätigt worden.

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