Ärzte Zeitung, 21.05.2013
 

Weniger Schmerzen

Hypnose hilft bei chirurgischen Eingriffen

Hypnose lindert Schmerzen, reduziert die psychische Belastung und fördert die Genesung nach chirurgischen Eingriffen.

JENA. In einer Meta-Analyse haben Psychologen aus Jena und Bern die Wirksamkeit von Hypnose bei operativen Eingriffen untersucht.

Sie werteten 34 Einzelstudien mit knapp 2.600 Patienten aus, die zusätzlich zur Routinebehandlung Hypnose vor, während oder nach Operationen oder schmerzhaften medizinischen Eingriffen erhalten hatten, etwa gynäkologische oder Herzbypass-OPs sowie Versorgung von Brandwunden.

Die Hypnose wurde meist von einem Therapeuten durchgeführt, aber auch in Selbsthypnose mit einer CD, und dauerte 30 bis 60 Minuten (Clin Psychol Rev 2013; 33: 623-636)

Das zentrale Element der Hypnotherapie sind therapeutische Suggestionen, die auf Veränderungen in der subjektiven Wahrnehmung und im Verhalten der Patienten abzielen, teilt die Uni Jena mit.

Weniger Ängste und Schmerzen

Bei Operationen sind diese Suggestionen hauptsächlich auf Entspannung, Schmerzlinderung und Wundheilung ausgerichtet.

In der Auswertung erwies sich Hypnose als wirksame Intervention, sie trägt dazu bei, Ängste und Stress der Patienten zu reduzieren, Schmerzen zu lindern und auch die Genesung zu fördern.

Positive Effekte der Hypnose zeigten sich zudem auch in Bezug auf ökonomische Aspekte. Patienten, die eine Hypnotherapie erhalten hatten, benötigten im Vergleich zu Patienten ohne eine solche Behandlung durchschnittlich weniger Schmerzmedikamente, und der operative Eingriff konnte bei ihnen zudem in kürzerer Zeit durchgeführt werden. (eb)

Topics
Schlagworte
Schmerzen (3423)
Chirurgie (3367)
Krankheiten
Schmerzen (4471)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »