Ärzte Zeitung, 25.06.2013

Kommentar zur Akutschmerztherapie in Kliniken

Schmerz, lass' nach

Von Ilse Schlingensiepen

Viele Menschen nehmen Schmerzen im Krankenhaus weiterhin klaglos hin. Es gibt aber auch zunehmend gut informierte Patienten, die sich über eine unzureichende Schmerztherapie durchaus im Klaren sind und mit Beschwerden den Ruf eines Hauses arg ramponieren können. Klinikmitarbeiter sind daher gut beraten, der Analgesie einen wichtigen Stellenwert einzuräumen.

Ein aktueller Health Technology Assessment-Bericht belegt, dass die Akutschmerztherapie in vielen Kliniken immer noch nicht zur Routine gehört. Dabei ist eine wirksame und kostengünstige Schmerzlinderung möglich. Wichtig ist es, Akutschmerzdienste einzurichten, Schmerzmessungen und verabreichte Analgetika zu dokumentieren und Richtlinien zur Schmerztherapie festzulegen.

Für Ärzte und Pflegepersonal ist das natürlich mit zusätzlichem Aufwand verbunden - in einer Situation, in der viele ohnehin schon an der Grenze der Belastbarkeit angekommen sind.

Das darf aber kein Grund sein, sich der Aufgabe nicht zu stellen. Es ist nicht akzeptabel, wenn Menschen in Kliniken an vermeidbaren Schmerzen leiden. Abgesehen von dem Leid der Patienten steht auch der Ruf einer Klinik auf dem Spiel, wenn sich hier eine mangelhafte Versorgung herumspricht.

Lesen Sie dazu auch:
Experten: Gute Akutschmerztherapie in Kliniken selten

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