Schmerzen

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Opioide in der Hausarztpraxis – Chronische nicht-tumorbedingte Schmerzen

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 26.04.2005

Viele Migräne-Patienten sind mit der Therapie unzufrieden

Triptane in Deutschland zu selten verschrieben

BERLIN (gvg). Verglichen mit der Situation in vielen anderen europäischen Ländern werden Migräne- Patienten in Deutschland deutlich weniger Triptane verschrieben. Die Mehrzahl der Patienten ist mit der Migräne-Behandlung unzufrieden.

Nur ein Drittel der MigränePatienten sind mit der Therapie zufrieden. Foto: Migräne-Liga

Einer aktuellen Erhebung von Professor Hartmut Göbel von der Neurologisch-verhaltensmedizinischen Schmerzklinik Kiel zufolge rangiert Deutschland, was die Verschreibung von Triptanen angeht, auf Rang zehn unter den 15 Ländern der alten Europäischen Union.

Wurden in Europa im Jahr 2004 im Mittel 256 Standarddosierungen der unterschiedlichen Triptane pro tausend Einwohner verschrieben, so waren es in Deutschland mit 142 nur etwas mehr als die Hälfte.

Spitzenreiter Norwegen komme dagegen auf 820, die Zweit- und Drittplazierten Frankreich und Schweden auf jeweils etwa 500 Standarddosierungen pro tausend Einwohner pro Jahr, so Göbel auf einer Veranstaltung von Berlin-Chemie. Nicht zu erklären sind diese Unterschiede durch eine unterschiedliche Migräne-Inzidenz, denn die beträgt weltweit ungefähr 15 Prozent bei Frauen und etwa acht Prozent bei Männern.

Göbel hat außerdem im vergangenen Jahr eine repräsentative Befragung von 1000 Migräne-Patienten in Deutschland gemacht, die belegt, daß die Unzufriedenheit unter den deutschen Migräne-Patienten ausgesprochen hoch ist. "Nur ein Drittel ist mit der Behandlung zufrieden, zwei Drittel nicht", so eine der Haupterkenntnisse des Migräne-Spezialisten.

Und: Von den 18- bis 29jährigen Patienten mit Migräne war Göbels Erhebung zufolge nur jeder fünfte Patient wegen seiner Kopfschmerzen beim Arzt. Zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr ist es nur jeder Dritte, danach immerhin jeder zweite.

Einer der Hauptgründe, bei Kopfschmerzen nicht zum Arzt zu gehen, ist die von jedem Dritten geäußerte Auffassung, es gebe eh nichts, was helfe. Zwei von fünf Patienten, die nicht zum Arzt gehen, glauben zudem, über die Erkrankung Migräne mehr zu wissen als ihr behandelnder Arzt.

Topics
Schlagworte
Kopfschmerzen (512)
Krankheiten
Kopfschmerzen (1653)
Personen
Hartmut Göbel (45)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Kein Darmkrebs-Screening ab 45 Jahren

Der GBA lehnt die Senkung der Altersgrenzen beim Darmkrebs-Screening ab. Dagegen soll das organisierte Einladungsverfahren zur Früherkennung ab Juli 2019 starten. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »