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Modul: Opioide in der Hausarztpraxis – Chronische nicht-tumorbedingte Schmerzen

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Ärzte Zeitung, 29.08.2005

Rückenschmerzen stören häufig das Sexualleben

Männer klagen vermehrt über Erektionsprobleme, Frauen verlieren Interesse am Sex / Österreichische Studien

SYDNEY (FHV). Patienten mit chronischen Rückenschmerzen sind in ihrem Sexualleben häufig stark beeinträchtigt. Nur wenige von ihnen sprechen aber darüber mit ihrem Partner oder ihrem Hausarzt.

Das geht aus einer österreichischen Studie hervor, die jetzt beim 11. Welt-Schmerz-Kongreß in Sydney in Australien vorgestellt worden ist. An der Untersuchung hatten 1000 Männer im Alter zwischen 40 und 60 Jahren teilgenommen, die seit durchschnittlich acht Monaten an einem LWS-Syndrom litten.

Dr. Daniel Lahner von der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Medizinischen Universität Wien wies bei 63 Prozent der Studienteilnehmer neu aufgetretene Erektionsprobleme im Vergleich zum beschwerdefreien Vorjahr nach.

Und: 81 Prozent der Männer klagten über ein insgesamt gesunkenes Interesse am Sexualleben. Allerdings sind nur neun Prozent der Patienten von ihrem Hausarzt über mögliche Probleme im Sexualleben aufgrund der Beschwerden befragt worden, wie Lahner berichtet hat. 92 Prozent der Studienteilnehmer gaben zudem an, mit ihren Partnerinnen nicht über die Probleme zu sprechen.

Bei einer ebenso großen Gruppe von Frauen, bei denen ein chronisches LWS-Syndrom diagnostiziert worden war, konnte Dr. Renate Barker von derselben Abteilung der Universitätsklinik Wien ähnliche Zahlen ermitteln: 91 Prozent der Patientinnen hatten aufgrund der Rückenbeschwerden weniger oder gar kein Interesse mehr am Sexualleben und nur vier Prozent wurden von ihrem Hausarzt diesbezüglich befragt. Mit ihrem Partner sprachen sogar nur zwei Prozent der betroffenen Frauen über die sexuellen Probleme.

Die beiden Kollegen ziehen aus ihren Ergebnissen den Schluß, daß mögliche Probleme im Sexualleben bei Patienten mit LWS-Beschwerden verstärkt vom betreuenden Arzt angesprochen werden sollten, um dann gemeinsam nach therapeutischen Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

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