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Hypermobilität kann Rückenschmerzen auslösen

BAD ORB (ner). Die Hypermobilität kann vor allem bei jungen Menschen und bei Frauen Ursache für Rückenbeschwerden sein. Die Schmerzen treten in Ruhe auf und verringern sich bei Bewegung.

Veröffentlicht:

Die Hypermobilität sei per se nicht unbedingt krankhaft, sagte Dr. Diethard Sturm aus Hohenstein-Ernstthal beim Fortbildungskongreß "practica" in Bad Orb. Sie könne aber reaktiv in bestimmten Wirbelsäulen-Segmenten zu Blockierungen führen. Die Nachbarsegmente würden dann entsprechend verstärkt bewegt, und es komme zur Bänder-Überdehnung, was den Schmerz auslöse.

Der Allgemeinarzt berichtete von einem 18jährigen Gabelstapler-Fahrer, der stets nach einer halben Stunde diese sitzende Tätigkeit wegen heftiger Schmerzen nicht mehr fortführen konnte. Unter gezielter krankengymnastischer Behandlung besserten sich die Beschwerden.

    Schäden an Bandscheiben können die Spätfolge sein.
   

Typisch für Hypermobilitäts-bedingte Schmerzen sind nach Sturms Angaben das Auftreten in Ruhe oder im Liegen, etwa nachts, wodurch es zusätzlich zu Schlafstörungen kommt. Die Patienten beschreiben ein Gefühl, als ob die Lendenwirbelsäule durchbrechen würde, bei Lokalisation in der Brust- und Halswirbelsäule brennende beziehungsweise klopfende Schmerzen, teilweise auch klopfende Kopfschmerzen.

In den hypermobilen Segmenten kann es später zu Bandscheibenschäden kommen, typischerweise zwischen C5 und C7 sowie L4 und S1, weil diese Segmente am meisten mobil sind.

Medikamente helfen den Betroffenen meist nicht. Wichtig sei die Krankengymnastik mit gezielter Tonisierung der Muskulatur, betonte Sturm. Dadurch würde die übermäßige Bänderdehnung verhindert.

Experten beklagen seit Jahren, daß das benigne Hypermobilitäts-Syndrom in der täglichen Praxis häufig übersehen oder mit rheumatischen Erkrankungen verwechselt werde. Verbreitet ist die Krankheit unter Akrobaten, Turnern und Tänzern, weil diese Berufsgruppen von der Gelenküberbeweglichkeit profitieren. Der Preis sind allerdings sehr früh auftretende Arthrosen.

Weitere Infos zu Hypermobilität unter www.hypermobility.org

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