Ärzte Zeitung online, 07.05.2014

Kommentar

Vererbter Schmerz?

Von Dagmar Kraus

Bei so mancher Schmerzproblematik spielen die Gene eine wichtige Rolle. Etwa bei Wachstumsschmerzen, Fibromyalgie, aber auch bei Migräne ist eine gewisse Vererbbarkeit mittlerweile hinlänglich bekannt.

Einer aktuellen australischen Untersuchung an mono- und dizygoten Zwillingen zufolge gilt Ähnliches auch für das Volksleiden chronischer Rückenschmerz. Mit identischer genetischer Ausstattung stieg die Wahrscheinlichkeit für dauerhaft plagende Schmerzen im Kreuz auf das Fünffache.

Doch damit sind Kreuzschmerzen keineswegs schicksalhaft. Denn anders als etwa bei den Kopfschmerzattacken der Migräne lässt sich auch bei erblicher Vorbelastung mit etwas Achtsamkeit Beschwerden im unteren Rücken vorbeugen.

Ein entscheidender Faktor, und das bestätigte die australische Studie ebenfalls, ist und bleibt die Bewegung, wobei es auf das richtige Maß ankommt.

Wer seinem Rücken und vor allem sich selbst etwas Gutes tun möchte, für den gilt, und daran rütteln auch die australischen Wissenschaftler nicht: Nicht zu lange sitzen, Übergewicht vermeiden und sich ausreichend und rückenschonend bewegen. Ganz besonders sollten sich das all diejenigen zu Herzen nehmen, deren nahe Angehörige bereits rückenlahm sind.

Lesen Sie dazu auch:
Zwillingsstudie zeigt: Auch Gene schuld am Kreuzweh

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Was Patienten ihrem Arzt verschweigen

Als Arzt muss man damit rechnen, dass Patienten nicht alle gesundheitsrelevanten Infos offenlegen. Wann und warum sie diese verheimlichen, haben Psychologen analysiert. mehr »

Möglicher Prognosemarker entdeckt

Forscher haben einen Biomarker entdeckt, der bei Prostatakrebs-Patienten früh auf einen aggressiven Verlauf hinweisen könnte – und ein Computermodell entwickelt, das bei der Vorhersage hilft, wie sich der Tumor entwickelt. mehr »

Gewichtheben enttarnt Koronaranomalie

Krafttraining zur KHK-Prävention: Das funktionierte bei einem jungen Gewichtheber – allerdings auf unvorhergesehene Weise. mehr »