Ärzte Zeitung, 22.01.2004

Tinnitus durch Veränderungen an der HWS?

Hinweise aus Studie mit etwa 200 Patienten / Beweglichkeit der HWS bei Tinnitus-Patienten ist meist eingeschränkt

BERLIN (ner). Bei Tinnitus-Patienten sollte stets die Beweglichkeit der Halswirbelsäule untersucht werden, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation. Denn offenbar existiert ein Zusammenhang zu Störungen des Hörapparates.

Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule (HWS) oder muskuläre Veränderungen können womöglich Mitverursacher der Tinnitus-Symptomatik sein. Davon gehen Dr. Annett Reißhauer von der Berliner Charité und ihre Kollegen von der Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation aus, die etwa 200 Tinnitus-Patienten der HNO- und Tinnitustagesklinik manualmedizinisch an der HWS untersucht haben.

Bei der Mehrzahl der Patienten sei die Beweglichkeit eingeschränkt gewesen. Die Studie lasse vermuten, daß auch Probleme im Bereich der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur Einfluß auf die Symptomatik haben.

Ob eine manualtherapeutische Behandlung dieser Patienten die Ohrgeräusche vermindern kann, ist noch unklar. Zunächst müsse in einer Fallkontrollstudie der prädiktive Charakter der HWS-Befunde gesichert werden, so Reißhauer zur "Ärzte Zeitung". Anschließend sei eine randomisierte Studie zur Effektivität der Therapieverfahren geplant.

Drei Millionen Bundesbürger leiden nach Angaben der Tinnitus-Liga an Ohrgeräuschen, bei 1,5 Millionen sind sie chronisch. Die Ursachen sind noch weitgehend ungeklärt.

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