Direkt zum Inhaltsbereich

Schwellung durch Pigmentierte Villonoduläre Synovialitis

Was bei einem Patienten zunächst wie rezidivierende Beschwerden bei bestehender arterieller Verschlusskrankheit aussah, entpuppte sich als orthopädische Erkrankung. Die Diagnose: Pigmentierte Villonoduläre Synovialitis.

Dr. Thomas MeißnerVon Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht:

KUSEL. Ein 45-jähriger Mann klagte über anhaltende Belastungsschmerzen in der rechten Wade. Wegen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) war ihm von Gefäßchirurgen bereits ein Bypass am rechten Bein gelegt worden. Ventral der Achillessehne war eine Schwellung zu tasten. Druckschmerzen bestanden nicht, nur bei endgradiger Extension im oberen Sprunggelenk nach dorsal traten Schmerzen auf.

Die Duplexsonografie ergab dann ein etwa 3,5 x 2,3 cm großes Gewächs im rechten Unterschenkel, berichten Dr. Khalaf Moussa und Dr. Harald Dinges von der Klinik für Orthopädie am Westpfalz-Klinikum in Kusel (Orthopädie & Rheuma 2010, 6: 72). Auf dem magnetresonanztomografischen Bild sahen die beiden Ärzte eine etwa 35 mm große rundliche Flüssigkeitsansammlung im Bereich des oberen Sprunggelenks.

Während der Operation fanden die Orthopäden allerdings kein Ganglion oder, wie vermutet, eine infizierte Zyste vor, sondern einen zottenförmigen, bräunlich gefärbten Tumor. Er zog bis zur dorsalen Kapsel des Sprunggelenks. Bei Inzision der Gelenkkapsel entleerte sich eine hämorrhagische Flüssigkeit. Die Sehnenscheide der Tibialis-posterior-Sehne war erheblich entzündet. Den Verdacht auf eine Pigmentierte Villonoduläre Synovialitis (PVNS) konnte der Pathologe später bestätigen.

Meist sind es Patienten im dritten oder vierten Lebensjahrzehnt, die eine Pigmentierte Villonoduläre Synovialitis haben. Die Inzidenz der Erkrankung wird mit nur 1,8 pro eine Million Einwohner angegeben. Die Dunkelziffer ist vermutlich hoch, denn oft handelt es sich um Zufallsbefunde. Betroffen sind bei den Patienten meist einzelne Gelenke, Sehnen oder Bursen, am häufigsten am Kniegelenk sowie an der Hand.

Die Ursache der villösen Synovialis-Schwellungen ist unbekannt. Es sind rezidivierende, zum Teil blutige Gelenkergüsse möglich. Histologisch lassen sich Hämosiderin-Ablagerungen und multinukleäre Riesenzellen nachweisen. Nach längerem Wachstum dringen die Tumoren zum Teil in den Knochen ein (Orthopädie & Rheuma 2007, 1: 32).

Patienten mit isolierten nodulären Formen der Pigmentierten Villonodulären Synovialitis haben eine gute Prognose. Häufiger kommen allerdings diffuse Formen vor, die trotz Synovialektomie bei bis zu 50 Prozent der Patienten wiederkehren. Mit adjuvanter Strahlentherapie lässt sich diese Rezidivquote bei solchen Patienten dann auf unter zehn Prozent drücken.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Übersicht und Metaanalyse

Probiotika könnten Arthrose-Beschwerden lindern

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Ansprechen untersucht in unabhängigen radiologischen Reviews nach RECIST-v1.1-Kriterien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [13]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Diagnose und Therapie erfordern orthopädische und onkologische Expertise

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Vorteile von Vamorolon

© Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, modifiziert nach [3−5, 6]

Duchenne-Muskeldystrophie (DMD)

Neue Perspektiven für die Versorgung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, München
Abb. 1: Veränderung gegenüber dem Ausgangswert im WOMAC-Gesamtscore (a) und im VAS-Schmerz (b) nach zwei Monaten und im weiteren Verlauf

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Osteoarthrose

Aktuelle Evidenz zur Wirksamkeit der intraartikulären Hyaluronsäure

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Recordati Pharma GmbH, Ulm
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Klassifikation von Herztönen nach Auskultation

Zusammenarbeit Mensch und KI: Das Vertrauen kann täuschen

Vergleich der Kreise

Wo MRSA-Infektionen besonders häufig sind

Kongress in Chicago

Herzkongress AHA 2026: Diese Studien könnten die Praxis verändern

Lesetipps
Eine Frau leidet unter Schwindel, hält sich mit der einen Hand an der Tür fest und ihre andere Hand liegt auf der Stirn.

© Tunatura/stock.adobe.com

Neurologin gibt Tipps

So gehen Sie bei Schwindel richtig vor

Richterhammer und Klemmbrett

© Andrii / Stock.adobe.com

Interview

EU AI Act: Was die neuen Transparenzpflichten für Praxen bedeuten