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Studie

Karpaltunnelspaltung – Erfolg des Eingriffs ist von Dauer

Selbst bei schwerem Karpaltunnelsyndrom bringt eine Operation den meisten Patienten langfristig Beschwerdefreiheit.

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:

SINGAPUR. Um die Langzeitergebnisse einer Karpaltunnelspaltung beurteilen zu können, haben Chirurgen des Singapore General Hospital ehemalige Patienten kontaktiert, die sich vor drei und mehr Jahren der Operation unterzogen hatten (Bone Joint J 2017; 99-B: 1348–53). Alle Studienteilnehmer hatten an einem schweren bilateralen Karpaltunnelsyndrom gelitten.

40 Patienten standen für das Follow-up zur Verfügung. Vollständig von Taubheitsgefühlen befreit waren ein Jahr nach dem Eingriff 61 der 80 operierten Hände (76,3 Prozent), nach im Mittel neun Jahren hatte sich die Zahl auf 75 (93,8 Prozent) erhöht. Bei zwei Händen war die Taubheit allerdings zurückgekehrt (2,5 Prozent), bei dreien hatte sie persistiert (3,8 Prozent).

Fast drei Viertel ohne Beschwerden

Beurteilt mit dem Boston Carpal Tunnel Questionnaire (BCTQ) gab es langfristig bei 72,5 Prozent der Hände weder Beschwerden noch funktionelle Einschränkungen. Im Mittel wurden im Symptom- beziehungsweise Funktionsscore Werte von 1,1 beziehungsweise 1,2 erreicht (der bestmögliche Wert ist 1, der schlechteste 5); einen Scorewert = 2 hatten nur 2,5 beziehungsweise 5,0 Prozent der Hände. 93 Prozent der Patienten waren zufrieden mit dem Eingriff, 85 Prozent würden sich, vor die Wahl gestellt, erneut für die Operation entscheiden.

Wenn der Eingriff endoskopisch erfolgt war (n = 34), waren die Langzeitergebnisse durchgängig besser: Alle Patienten waren die Taubheitsgefühle vollständig losgeworden; mit der offenen Operation war das nur bei 89 Prozent der Patienten der Fall gewesen.

Überraschenderweise hatten auch Patienten über 55 Jahre besser abgeschnitten als jüngere. Dies könnte mit Unterschieden in der Symptomwahrnehmung und in den funktionellen Anforderungen zu tun haben, so die Vermutung der Studienautoren. Bessere Ergebnisse gab es außerdem bei Frauen. Ob die operierte Hand die dominante war oder nicht, blieb dagegen ohne Auswirkung auf das Langzeit-Outcome.

Für Patienten mit schwerem Karpaltunnelsyndrom ist der Nutzen der Operation, unter der Annahme von irreversiblen Schäden des Medianusnervs, teilweise angezweifelt worden. Die Studienautoren aus Singapur betonen daher, dass sich auch bei dieser Patientengruppe durch die Durchtrennung des Retinaculum flexorum langfristig "ein günstiges Ergebnis und eine hohe Patientenzufriedenheit" erzielen lasse.

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