Rheuma

12 ausgewählte Kurse, 28 Punkte: In der Sommerakademie von Springer Medizin können Sie schnell und effizient CME-Punkte für Ihre hausärztliche Fortbildung sammeln. Zur Teilnahme benötigen Sie das Fortbildungspaket. Sie erhalten damit 60 Tage Zugriff auf die Sommerakademie zum Preis von nur 29 €: www.springermedizin.de/cme-sommerakademie-teilnehmen
Modul: Periphere Nervenbeteiligung bei rheumatischen Erkrankungen

Ärzte Zeitung online, 27.11.2017

Endoprothetik

Kaputte Hüfte mit 50: Wie wird operiert?

Brauchen unter 60-Jährige ein künstliches Hüftgelenk, raten Experten heute – wenn immer möglich –zu minimalinvasiver Operation und dem Einsatz einer nicht zementierten Kurz- oder Geradschaftprothese.

Kaputte Hüfte mit 50: Wie wird operiert?

Knapp 37.000 der Patienten mit Hüft-Operationen im vergangenen Jahr waren jünger als 60 Jahre.

© cirquedesprit / Fotolia

FREIBURG / HAMBURG. Mit rund 233.000 Eingriffen gehörte die Implantation einer Hüft-Endoprothese zu den zehn häufigsten Operationen im Jahr 2016. Knapp 37.000 der Patienten waren dabei jünger als 60 Jahre. "Diese Patienten leiden oft an angeborenen Gelenkfehlstellungen, Durchblutungsstörungen, haben Unfallverletzungen erlitten oder eine rheumatische Erkrankung, die den Gelenkknorpel ihres Hüftgelenks zerstört hat", wird Professor Karl-Dieter Heller, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik e. V. (AE), in einer Mitteilung der Gesellschaft aus Anlass ihres Kongresses am 1./2. Dezember in Hamburg zitiert.

Hüftgelenksprothesen halten mittlerweise im Mittel mehr als 15 Jahre, mitunter auch 25 Jahre. "Wir tun deshalb alles für eine lange Standzeit der ersten Prothese", so Heller, der Chefarzt der Orthopädischen Klinik am Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig ist. Besonders schonend sei hier ein minimalinvasiver Eingriff. Eine Kurzschaftprothese helfe, wertvolle Knochensubstanz im Oberschenkelknochen zu "sparen": "Für das im Vergleich zum Normalschaft zierliche Implantat müssen wir bei der Implantation weniger Knochen entfernen. Dadurch haben wir bei einem eventuellen späteren Wechseleingriff mehr Knochen zur Verankerung der Nachfolgerprothese zur Verfügung".

Kurzschaftprothesen seien vor allem in Deutschland beliebt. Sie würden jedoch erst seit rund zehn Jahren eingesetzt. Da Langzeitergebnisse bislang fehlen, vertrauen derzeit noch viele Operateure auf die seit Jahrzehnten bewährten, aber etwas längeren Geradschaftprothesen, heißt es in der Mitteilung.

Da jüngere Patienten im Schnitt aktiver als ältere Patienten sind, ist Materialverschleiß schneller möglich. Aus diesem Grund sind die Themen Prothesenverschleiß und Abrieb hier zentral, da Abriebpartikel zu Prothesenlockerungen führen können. "Wir empfehlen deshalb bei jüngeren Patienten für Hüftkopf und Pfanne die Paarungen Keramik-Keramik sowie moderner abriebreduzierter Kunststoff (ultrahochvernetztes Polyethylen (HXPE)) mit Keramik, da sie am wenigsten Verschleißpartikel erzeugen", so Heller in der Mitteilung.

Mit einem künstlichen Hüftgelenk ist ein normaler aktiver Alltag sowie das moderate Ausüben von Sportarten wie Laufen, Schwimmen, Radfahren, Wandern und Nordic Walking wieder möglich. Doch der Belastungsfähigkeit und Lebensdauer einer Prothese sind – trotz deutlicher Verbesserungen gegenüber früheren Prothesen – Grenzen gesetzt. "Es ist uns wichtig, dass unsere Patienten verstehen, wo die Grenzen eines künstlichen Gelenks sind", betont auch Professor Henning Windhagen, Präsident der AE und Direktor der Orthopädischen Klinik der MHH im DIAKOVERE Annastift. Sei man sich unsicher, was sportlich erlaubt sei, solle man besser seinen Orthopäden fragen. (eb)

16 % der Patienten, die im Jahr 2016 ein künstliches Hüftgelenk bekommen haben, waren jünger als 60 Jahre.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ertragskraft ist deutlich gestiegen

Allgemeinarztpraxen sind binnen zehn Jahren rentabler geworden – obwohl die Kosten gestiegen sind und der Privatanteil gesunken ist. mehr »

Wo es wie viele Kliniken und Betten gibt

Eine Bertelsmann-Studie empfiehlt, 800 Kliniken zu schließen, um die Versorgung zu verbessern. Wir zeigen anhand von Karten auf, wie viele Kliniken und -betten die einzelnen Stadt- und Landkreise aufweisen. mehr »

„Beim Essen wird mehr moralisiert als bei der Sexualität“

Beim Essen geht es längst nicht mehr nur um den Geschmack. Gesund und nachhaltig sollen Lebensmittel sein. Soviel Moral beim Essen lässt selbst Großkonzerne nicht kalt. mehr »