Raloxifen bringt Knochenumsatz ins Geichgewicht

LEIPZIG (djb). Antiresorptiva bremsen bei Osteoporose den Verlust der Knochenmasse, indem sie die Aktivität der Osteoklasten hemmen und den besonders nach der Menopause erhöhten Knochenumsatz reduzieren. Aus diesen Effekten resultiert die fraktursenkende Wirkung, wie Privatdozent Walther Fassbender von der Uniklinik in Frankfurt am Main gesagt hat.

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Eine Osteoporose entsteht, wenn über Jahre mehr Knochen abgebaut als erneuert wird. Der selektive Östrogen-Rezeptor-Modulator Raloxifen stellt ein physiologisches Gleichgewicht zwischen Knochenneubildung und Knochenabbau her. Die Substanz reguliere den beschleunigten Knochenumsatz bei Frauen nach der Menopause auf ein prämenopausales Niveau, so Fassbender bei einem Symposium von Lilly beim dem Osteologie-Kongreß in Leipzig.

Dies konnte bei einer Subgruppe von 2622 Frauen der MORE (Multiple Outcomes of Raloxifene Evaluation) -Studie belegt werden, in der die Frakturrate mit Raloxifen (vom Unternehmen als Evista® angeboten) reduziert wurde. Zu Studienbeginn, nach sechs und nach zwölf Monaten Therapie wurden Knochenstoffwechselmarker gemessen.

Nach sechs Monaten fielen die Urin-CTX-Werte, die den Knochenabbau durch Osteoklasten anzeigen, und auch die Marker der Knochenneubildung wie Osteocalcin und knochenspezifische alkalische Phosphatase um 30 bis 40 Prozent ab und blieben über den vierjährigen Untersuchungszeitraum auf diesem Niveau. Die Knochenstoffwechselmarker blieben damit innerhalb der Normwerte für Frauen vor der Menopause, erklärte Fassbender.

Raloxifen nutzt physiologische Regulationsmechanismen, um bei Frauen nach der Menopause den Knochenumbau zu reduzieren. Die notwendigen Reparatur- und Erneuerungsvorgänge können dabei ungestört ablaufen. Dies schlage sich in einer guten fraktursenkenden Wirkung, auch bei bereits manifester Osteoporose, nieder, so Fassbender.

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