Ärzte Zeitung, 18.10.2006

Bei Osteoporose weniger Stürze durch Vitamin D

Studie mit Patienten über 70

HAAR (wst). Bei der Basistherapie von Patienten mit Osteoporose ist stets auf eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung zu achten, so die Empfehlung von Osteologen. Der Grund: Vitamin D steigert die Resorption von Kalzium aus dem Gastrointestinaltrakt und fördert den Einbau des Minerals in den Knochen. Außerdem reduziert Vitamin D die Sturzneigung.

Daran hat Professor Helmut Minne aus Bad Pyrmont auf einer Veranstaltung des Unternehmens MSD in Haar bei München erinnert. Den Beleg für diesen zusätzlichen Nutzen von Vitamin D liefern die Daten einer Studie, die Minne und seine Mitarbeiter gemacht haben. In der randomisierten Doppelblindstudie erhielten 148 Frauen im Alter von über 70 Jahren mehrere Monate lang entweder nur Kalzium oder ein Kombinationspräparat aus Kalzium und Vitamin D.

Kombitherapie erhöht bei Alten die Stabilität beim Stehen

Das Ergebnis: Mit der Kombinationsbehandlung wurde im Vergleich zur reinen Kalziumtherapie die Körperschwankung beim Vorwärts- und Rückwärts-Gehen signifikant reduziert. Die Körperschwankung ist ein evaluierter Parameter für Standinstabilität und Sturzneigung. Entsprechend war in der mehrmonatigen Nachbeobachtungsphase bei Therapie mit Kalzium plus Vitamin D sowohl der Anteil der Frauen, die gestürzt waren (15 versus 28 Prozent) als auch die durchschnittliche Sturzzahl pro Patientin (0,24 versus 0,45) nahezu halbiert.

Für Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose, bei denen zusätzlich zu Vitamin D ein Bisphosphonat indiziert ist, bietet sich seit nunmehr einem Jahr ein Kombinationspräparat aus Alendronat und Vitamin D3 (Fosavance®) an. Das Medikament enthält 70 mg Alendronat und 2800 internationale Einheiten Vitamin D und ist als wöchentlich einzunehmende Tablette erhältlich.

Bevölkerung in Deutschland ist mit Vitamin D unterversorgt

In Deutschland ist nach Angaben von Minne bei den meisten älteren Menschen von einer erheblichen Unterversorgung mit Vitamin D auszugehen. Gründe dafür seien die geographische Lage, die klimatischen Bedingungen und die häufig ungünstigen Ernährungsgewohnheiten. Die Substitution des Vitamins sei daher zumindest bei Osteoporose-Patienten praktisch obligat, so Minne.

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