Ärzte Zeitung, 21.11.2007

Wochentablette erleichtert Osteoporose-Therapie

Neue Fixkombi: 70 mg Alendronat /  5600 I.E. Vitamin D

BERLIN (ner). Die Einnahme von Vitamin D ist ein wichtiger Bestandteil der Osteoporose-Therapie. Daran hat Professor Michael Amling aus Hamburg erinnert. Nach seinen Angaben sind wahrscheinlich mehr als 90 Prozent der Bevölkerung mit Vitamin D unterversorgt.

 Wochentablette erleichtert Osteoporose-Therapie

Gewebeschnitt eines gesunden Knochens (links) und eines osteoporotischen Knochens (rechts). Deutlich zu sehen ist die verminderte Trabekelstruktur.

Foto: dpa

Vitamin D ist ein Hormon, das nicht nur am Knochen seine Wirkungen entfaltet. Rezeptoren für Vitamin D gibt es unter anderem auch in der Muskulatur. So habe Vitamin D bei Osteoporose-Patienten positive Effekte auf Muskelkraft und Muskelkoordination, sagte Amling bei einer Veranstaltung des Unternehmens MSD in Berlin. Tagesdosen von 700 bis 800 I.E reduzierten das Sturz- und das Frakturrisiko.

Die Ausmaße der Unterversorgung mit Vitamin D in der Bevölkerung sind offenbar lange unterschätzt worden. Amling zitierte eine Untersuchung am Zentrum für Biomechanik und Skelettbiologie des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf. Mit Herzblutproben bei 648 männlichen und weiblichen Leichen war der Vitamin-D-Spiegel ermittelt und der Mineralisationsstatus anhand von Beckenkammbiopsien untersucht worden.

Der Mineralisationsgehalt des Knochens war mit dem 25-Hydroxy-D3-Spiegel verglichen worden. In der Studie ergab sich eine Prävalenz von Mineralisationsstörungen von 26  Prozent. Aus den Daten ließ sich ermitteln, dass der optimale Vitamin-D-Spiegel im Serum über 30 ng / ml liegen sollte. Demnach müsse bei 90 Prozent der deutschen Bevölkerung auf eine Hypovitaminose D geschlossen werden, so Amling.

Dies ist angesichts der zunehmenden Osteoporose-Häufigkeit von Bedeutung. "Nur eine Osteoporose-Therapie in Kombination mit Vitamin D ist vollständig", betonte der Experte. Er zeigte sich daher erfreut über die Einführung der neuen Fixkombination von Alendronat 70 mg plus 5600 I.E. Vitamin D (Fosavance® 5600). Das Präparat enthält die erforderliche Wochendosis beider Mittel für Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose. Damit können die Therapieempfehlungen in Leitlinien leichter umgesetzt werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schadet Marihuana dem Herz?

Haschischraucher sterben häufiger an Hypertonie-bedingten Todesursachen als Tabakraucher: Darauf deuten Resultate einer Studie - die allerdings auf wackligen Daten steht. mehr »

Schuss vor den Bug auch der alternativmedizinischen Ärzte

Die Heilpraktiker wehren sich. Sie fühlen sich bei der vom "Münsteraner Kreis" angestoßenen Debatte um die Reform oder gar Abschaffung ihres Geschäftsfeldes außen vor. mehr »

Wenn die Religion mit im Behandlungszimmer sitzt

Blogger Hekim Colpan erlebt immer wieder, dass ein Patient nicht optimal behandelt werden kann, weil die Religion dem im Weg steht. Die Patienten müssten den Ärzten helfen, zu verstehen. mehr »