Ärzte Zeitung, 07.07.2009

Orthopäden fordern: Bei Älteren Sturz- und Frakturrisiko klären!

Nur 10 bis 20 Prozent der Osteoporose-Kranken erhalten eine leitliniengerechte Therapie.

Vor allem hochbetagte Menschen werden viel zu selten behandelt. Und dies, obwohl die Gefahr von Knochenbrüchen mit dem Alter deutlich steigt, teilen die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und der Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) mit.

Um die Situation zu verbessern, halten die Experten eine bessere Identifikation von Risikopatienten und der Ausbau integrierter Versorgungskonzepte für notwendig: Ältere Menschen sollten beim Arztbesuch oder Klinikaufenthalt gezielt auf Risikofaktoren hin untersucht werden, denn nicht nur die Knochendichte allein bestimmt das Ausmaß der Frakturgefahr. Weitere Risikofaktoren sind Rauchen, der Konsum von Alkohol, eine Rheumaerkrankung oder die Behandlung mit Kortison.

Große Bedeutung bei der Prävention osteoporosebedingter Verletzungen kommt auch einer Abschätzung des individuellen Sturzrisikos zu. Denn eine Neigung zu Stürzen erhöht das Frakturrisiko erheblich. Deshalb fordert die DGOU neben einer gezielten Identifikation von Risikofaktoren auch die systematische Erfassung des Sturzrisikos bei allen ambulant oder stationär behandelten Patienten mit Erkrankungen oder Verletzungen des Bewegungsapparates ab dem 50. Lebensjahr. Wird ein erhöhtes Frakturrisiko aufgedeckt, muss mit einer leitliniengerechten Behandlung begonnen werden. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

1,4 Millionen Krebstote für 2019 erwartet

In diesem Jahr könnten in der gesamten EU mehr Menschen an Krebs sterben als noch vor Jahren. Doch es gibt auch eine gute Entwicklung. mehr »

Um den ÖGD steht es schlecht

Große Sorgen um den Öffentlichen Gesundheitsdienst äußern Bundesärztekammer und Robert Koch-Institut anlässlich des heutigen ersten „Tags des Gesundheitsamtes“. mehr »

Viel fernsehen erhöht Darmkrebs-Risiko

Bewegen sich Menschen, die jünger als 50 sind, wenig, steigt offenbar ihr Risiko für Darmkrebs. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Nurses' Health Study. mehr »