Ärzte Zeitung, 10.02.2012

Knochenschutz bei Kortisontherapie vernachlässigt?

NEU-ISENBURG (St). Werden Patienten mit Glukokortikoid-Langzeittherapie ausreichend betreut, um einer glukokortikoidinduzierten Osteoporose rechtzeitig gegenzusteuern? Zumindest für die kanadische Bevölkerung gilt: Immer noch erhalten drei Viertel aller Patienten keine präventiven Maßnahmen (J Clin Endocrin Metab 2012, online 1. Februar).

Eine Langzeitbehandlung mit Kortikoiden ist der häufigste Grund für die Entwicklung einer sekundären Osteoporose. Dabei kommt es bereits im ersten Jahr zu einem Verlust von 6 bis 12 Prozent der Knochenmasse. Dennoch wird die Entwicklung oft erst erkannt, wenn die erste Fraktur auftritt.

Die kanadische Kohortenstudie sichtete jetzt systematisch die Daten von 15 825 Patienten, die erstmals systemische Kortikoide über mindestens 90 Tage innerhalb eines Jahres erhielten. Die tägliche Dosis lag bei einem Drittel der Patienten ≥ 10 mg Prednison.

Sechs Prozent aller Patienten erhielten im ersten halben Jahr nach Beginn der Kortikoidtherapie eine Knochendichtemessung, 22 Prozent eine Osteoporosetherapie (zum Beispiel Bisphosphonate) und weitere 25 Prozent entweder eine Knochendichtemessung oder eine medikamentöse Osteoporosebehandlung.

Die besten Chancen auf Präventionsmaßnahmen haben der Studie zufolge ältere Frauen und Stadtbewohner mit höherem Einkommen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Freizeitsportler gefährden ihre Herzgesundheit mit Doping

Fast jeder sechste Freizeitsportler nimmt inzwischen herzschädigende Arzneimittel zur Verbesserung von Fitness und Körperoptik. Vor allem der Anteil weiblicher User steigt. mehr »

Kassen und Ärzte trennen beim Honorar "Äonen"

Heute beginnen die Verhandlungen von Vertragsärzten und Krankenkassen über das Honorar 2019. Eine schnelle Einigung scheint nicht in Sicht. mehr »

Welche Bakterien mit uns U-Bahn fahren

In der Hongkonger U-Bahn sind morgens andere Keime zu finden als im abendlichen Berufsverkehr. Gefährlicher sind Metro-Linien mit höherem Verkehrsaufkommen aber wohl nicht, wie eine Studie ergeben hat. mehr »