Ärzte Zeitung, 28.06.2005

Rheumakranke profitieren von Leflunomid-Kombinationen

Reicht ein Basistherapeutikum nicht aus, kann mit Leflunomid plus Methotrexat behandelt werden / Substanz auch mit Biologicals kombinierbar

WIEN (grue). Patienten mit rheumatoider Arthritis profitieren oft von einer Kombinationstherapie. In solche Therapien kann auch das Basistherapeutikum Leflunomid sinnvoll eingebaut werden.

Starke Schwellung der Fingergrundgelenke bei einer Patientin mit rheumatoider Arthritis. Quelle: Kary, mit freundlicher Genehmigung von Dr. Rieke Alten

Leflunomid (Arava®) hat sich seit Jahren in der Monotherapie von Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) bewährt und ist darin nach Studienergebnissen ähnlich wirksam wie Methotrexat. In der Langzeittherapie ist die Substanz außerdem dem Sulfasalazin überlegen, wie Professor José María Álvaro-Gracia aus Madrid beim Europäischen Rheumatologen-Kongreß in Wien gesagt hat.

Leflunomid sei außerdem ein guter Kombinationspartner, wenn Monotherapien nicht ausreichten. "Wer mit Methotrexat allein nicht auskommt, kann zusätzlich mit Leflunomid behandeln und umgekehrt", empfahl der Rheumatologe auf einer Veranstaltung des Unternehmens Sanofi-Aventis. In beiden Fällen lasse sich die Ansprechrate noch einmal deutlich erhöhen. Neue Kombinationspartner für Leflunomid seien die Biologika Infliximab, Etanercept, Adalimumab und Anakinra. Alle diese Kombinationen wurden oder werden derzeit geprüft, allerdings fehlen noch prospektive Studien.

"Relativ gut belegt ist die Wirksamkeit von Leflunomid plus Infliximab nach Versagen einer Vortherapie", sagte Álvaro-Gracia. So besserten sich in einer offenen Studie mit 70 RA-Patienten die Beschwerden bei 47 Prozent um mindestens 20 Prozent (ACR20) und bei 21 Prozent um mindestens 50 Prozent (ACR50).

Die Kombination war in den meisten Studien ähnlich gut verträglich wie die Therapie mit den Einzelsubstanzen, jedoch gab es Hinweise auf vermehrte Hautreaktionen. Offenbar werde die Kombination am besten vertragen, wenn die Medikamente nacheinander aufdosiert und dabei hohe Leflunomid-Anfangsdosen vermieden würden, sagte der Rheumatologe. Er empfiehlt, während der Behandlung speziell auf Hautreaktionen zu achten, damit die Therapie bei Bedarf schnell angepaßt werden kann. Unter Beachtung dieser Vorsichtsmaßnahmen sei die Kombinationstherapie mit Leflunomid eine wertvolle Ergänzung.

RA-Patienten sollten so früh wie möglich und mit den wirksamsten Medikamenten behandelt werden, um die fortschreitende Gelenkzerstörung aufzuhalten, erinnerte der Rheuma-Experte. Eben deshalb würden immer öfter Kombinationen verordnet, deren Nutzen aber auch deren unerwünschte Wirkungen auch den Patienten bekannt sein sollten.

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