Rheuma

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Modul: Medikamentöse Therapie der rheumatoiden Arthritis und ihrer Komorbiditäten

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Ärzte Zeitung, 04.07.2008

Humpeln bei Kindern - das kann ein Hüftschnupfen sein

Gelenkschmerzen erfordern gute Differenzialdiagnose

BADEN-BADEN (kat). Jedes zehnte Kind hat im Laufe seiner Entwicklung Gelenkschmerzen. Da eine Rheumatoide Arthritis bei Kindern nicht so selten ist, wie oft gedacht, ist eine exakte Differenzialdiagnose entscheidend.

Kinder mit Hüftschnupfen humpeln, wirken aber sonst nicht krank.

Kinder mit Hüftschnupfen humpeln, wirken aber sonst nicht krank.

Foto: Klaro

Bei Morgensteifigkeit oder anderen entzündlichen Zeichen sollte das Kind sofort zum Kinderrheumatologen überwiesen werden. Ansonsten muss, sagte Dr. Karl-Josef Eßer beim MEDcongress in Baden-Baden, eine septische Arthritis ausgeschlossen werden sowie eine, meist Borellien- oder Salmonellen-induzierte, reaktive Arthritis.

Als nicht-entzündliche Erkrankung kommt der Morbus Perthes infrage, eine Femurkopfnekrose. Auch können Wachstumsschmerzen - immer beidseitig -, eine Epiphyseolysis capitis femoris oder eine Fraktur hinter den Schmerzen stecken. Auch an Tumoren als Ursache müsse gedacht werden, so der Kollege vom St.-Marien-Hospital in Düren. Abzuklären sind auch orthopädische Probleme oder Systemerkrankungen.

Handelt es sich um einen transient - maximal für sechs Wochen - auftretenden, einseitigen Schmerz der Hüfte, dem ein Virusinfekt voranging, lautet die Diagnose fast immer "Hüftschnupfen". Es lohne sich aber nachzufragen, ob die Kinder in den vergangenen zwei Tagen jemanden haben humpeln sehen. Dann könne einfache Nachahmung die Ursache der akuten Bewegungsstörung sein.

Die in 95 Prozent der Fälle unilateral auftretende Coxitis fugax führt vor allem bei Innenrotation und Abduktion zu Schmerzen. Die Kinder sind fieberfrei und wirken nicht krank. Das Labor ist unauffällig. Entscheidend für die Diagnose ist die Flüssigkeitsansammlung zwischen Kapsel und Femurknochen im Ultraschall.

Die Sonografie sollte wiederholt werden, entweder nach dreiwöchiger Schonung - nicht aber Ruhigstellung! - oder fünf Tage nach Absetzen der eventuell erforderlichen siebentägigen Ibuprofengabe (15-20 mg/kg KG). Ist der Erguss noch nachweisbar, sollte ein MRT gemacht werden.

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