Ärzte Zeitung, 19.04.2004

Protektive Effekte von Dutasterid gegen Prostata-Ca geprüft

REDUCE-Studie mit 8000 Männern läuft jetzt / Medikament reduziert Dihydrotestosteron-Produktion um 90 Prozent

WIEN (ner). In einer großen Studie war bei der Therapie mit dem 5-alpha-Reduktase-Hemmer Finasterid die Prostata-Karzinom-Rate reduziert. Hinweise auf eine ähnlich protektive Wirkung gibt es auch für Dutasterid. Dieser Effekt soll jetzt in einer Studie mit dem neuen Medikament untersucht werden.

Finasterid hatte in der PCPT-Studie mit 18800 Männern das Prostatakarzinom-Risiko in sieben Jahren um 25 Prozent reduziert im Vergleich zu Placebo (wir berichteten). PCPT steht für Prostate Cancer Prevention Trial.

In zwei anderen Studien gab es keinen Unterschied zwischen den Gruppen, hieß es beim europäischen Urologenkongreß in Wien. Verunsichert sind Urologen vor allem, weil in der PCPT-Studie unter Verum vermehrt hochmaligne Prostatakarzinome aufgetreten waren. Wissenschaftler halten dies jedoch für einen Studienartefakt und führen diese Zahlen auf methodische Mängel zurück.

In den Zulassungsstudien sind auch mit dem neuen 5-alpha-Reduktase-Hemmer Dutasterid (Avodart®) reduzierte Prostatakarzinom-Inzidenzen festgestellt worden. Das berichtete Professor Neil Fleshner aus Toronto in Kanada bei einem vom Unternehmen GlaxoSmithKline unterstützten Symposium zum Kongreß. Die Hoffnung ist, daß die mit Dutasterid um mehr als 90 Prozent verminderte Produktion von Dihydrotestosteron das Risiko reduziert, ein Prostatakarzinom zu bekommen.

Weil die Zulassungsstudien nicht für diese Frage konzipiert waren, wird die in der jetzt laufenden REDUCE-Studie (Reduction by Dutasteride of Prostate Cancer Events) geklärt.

Diese prospektive und Placebo-kontrollierte Untersuchung ist auf vier Jahre angelegt. Eingeschlossen werden weltweit etwa 8000 Männer im Alter zwischen 50 und 75 Jahren mit negativem Prostata-Biopsie-Befund und PSA-Werten zwischen 2,5 und 10 ng/ml. Nach zwei und vier Jahren sollen Ultraschall-gestützt mehrere Prostata-Biopsien entnommen werden, berichtete Fleshner.

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