Ärzte Zeitung, 12.10.2005

Medizin könnte von Robotik profitieren

Entwicklung von Prothesen

ILMENAU (ddp.vwd). Medizinische Prothesen können nach Ansicht des Jenaer Biologen Martin S. Fischer eines der wichtigsten Abfallprodukte der Robotik sein. In beiden Bereichen habe man es mit denselben Prinzipien zu tun, sagte Fischer aus Anlaß einer Fachtagung über der Natur nachempfundene Robotersysteme (AMAM) in Ilmenau.

Zugleich liefere die Prothetik viele Ansätze, die von der Robotik aufgegriffen werden können, so Fischer. Der Darmstädter Wissenschaftler Oskar von Stryk sagte, es sei kompliziert, biologisches Wissen für ingenieurtechnische Anwendungen zu transformieren. Es habe sich gezeigt, daß reines Imitieren der Natur nicht zu praktikablen Lösungen führe.

Industrieroboter könnten aufgrund ihrer sehr starren Gelenke, der darin integrierten Antriebe und der Programmierung Lasten punktgenau bewegen. Bei Robotern, deren Bewegungen dem natürlichen Vorbild entsprechen sollen, komme es dagegen auf Elastizität beim Antrieb und eine Verkoppelung über mehrere Gelenke hinweg an. Die Entwicklung solcher Systeme stehe aber erst am Anfang.

Hartmut Witte von der Technischen Universität Ilmenau beklagte mangelnde finanzielle Unterstützung der Forschungen durch die öffentliche Hand. Deutschland sei derzeit weltweit führend in der Bionik. Aufgrund fehlender Finanzmittel könnte Deutschland jedoch seinen Vorsprung verspielen.

AMAM (Adaptive Motion in Animals and Machines) ist eine Vereinigung von Forschern hauptsächlich aus den USA, Kanada, Japan und Europa, die ihren Schwerpunkt in der bionisch inspirierten Robotik haben.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wer viel Wasser trinkt, beugt Harnwegsinfekten vor

Den Ratschlag, viel zu trinken, sollten sich Frauen nicht nur während eines Harnwegsinfektes zu Herzen nehmen. Auch wer danach reichlich Wasser trinkt, profitiert davon. mehr »

In der Praxis oft auch knifflige AU-Fälle

Die Regeln, wie und wann ein Arzt einen Patienten krankschreiben darf, sind in der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie festgehalten. In der Praxis gibt es jedoch viele knifflige Fälle. mehr »

Handlungsbedarf bei Chronikerpauschale!

Die Chronikerzuschläge für Hausärzte bleiben eine der dringendsten Hausaufgaben für die Selbstverwaltung. Es wird Zeit, die alten bürokratischen Zöpfe abzuschneiden, meint unser Abrechnungsexperte. mehr »