Ärzte Zeitung, 06.08.2009

Angst vor Überalterung unbegründet?

LONDON (dpa). Den Menschen in Industrieländern geht es immer besser - und die Geburtenrate sinkt. Dass mit zunehmendem Reichtum weniger Kinder geboren werden, ist ein weltweites Phänomen.

Die Angst mancher Länder vor Überalterung oder gar dem Aussterben der eigenen Bevölkerung sei aber unbegründet, schreiben US-Forscher im Wissenschaftsmagazin "Nature" (Bd. 460, S. 741). Werde ein bestimmter Grad ökonomischer Entwicklung erreicht, drehe sich der Trend um. In den USA und den Niederlanden steige die Geburtenrate bereits wieder leicht an.

Die Wissenschaftler von der Universität Pennsylvania analysierten für ihre Studie Daten von 1975 und 2005 aus 24 Ländern. Sie erfassten jeweils die Geburtenrate und den "Human Development Index" (HDI), der Wirtschaftskraft, Lebenserwartung und Bildungsgrad der Menschen eines Landes berücksichtigt.

Mit steigenden HDI-Werten verzeichneten die Statistiken zunächst sinkende Geburtenraten, schreiben die Forscher. Bei sehr hohen HDI-Werten aber nehme die Gebärfreudigkeit dann wieder zu, die Geburtenrate steige langsam, aber stetig.

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