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Im Auto herrscht schnell tödliche Hitze

ATHENS (mut). Bei Hitze sollte man weder das Kind noch den Hund auch nur für wenige Minuten allein im Auto lassen - schon eine viertel Stunde in einem geschlossenen Wagen unter praller Sonne ist lebensgefährlich.

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Das Baby schläft friedlich im Kindersitz - da ist die Versuchung zumindest für einige Eltern groß, es kurz im Wagen einzuschließen und schnell im Supermarkt einzukaufen. Auf diese Weise sterben in den USA jährlich etwa 40 Kinder, berichten Forscher um Dr. Andrew Grundstein aus Athens. Denn wird der Wagen mit dem Kind in praller Sonne abgestellt, kann es schon nach wenigen Minuten zu spät sein. Dokumentiert sind Tragödien, in denen Kinder bereits nach 15 Minuten in einem heißen Wagen tot waren.

Wie schnell sich tödliche Hitze im Inneren eines Wagens bildet, hat das Team um Grundstein jetzt gründlich untersucht. Die Ergebnisse haben sie in einer Temperaturtabelle zusammengefasst und mit Werten für meteorologische Hitzewarnungen kombiniert.

Für die Versuche haben die Forscher einen grauen Honda Civic mit grauen Sitzbezügen an 58 sonnigen Tagen zwischen Anfang April und Ende August um die Mittagszeit auf einen Parkplatz gestellt und die Innentemperatur gemessen. Diese lag nach fünf Minuten unter praller Sonne im Schnitt um 4 Grad Celsius über der Außentemperatur, nach zehn Minuten war sie um 7 Grad gestiegen, nach einer halben Stunde um 16 Grad und nach einer Stunde um 26 Grad. Bei Außentemperaturen von 35 Grad, wie sie jetzt auch wieder in Deutschland herrschen, heizt sich ein Wagen innerhalb einer halben Stunde folglich auf 51 Grad auf, nach einer Stunde sind es sogar über 60 Grad - bei dunkleren Autos und Sitzfarben können es durchaus noch mehr sein.

Die Forscher versuchten nun mit einem etablierten mathematischen Modell zu berechnen, wie der Körper eines Kindes mit dem Temperaturanstieg fertig wird. In das Modell floss die Energieproduktion durch den Stoffwechsel mit ein, die absorbierte Hitzestrahlung durch den Körper sowie die Kühlung durch Verdunstung und Atmung. Sie nahmen eine Außentemperatur von 33 Grad an, bei der sich das Innere des Wagens auf über 60 Grad erhitzt.

Das Ergebnis: Schon nach kurzer Zeit kapitulieren laut Modellrechnung sämtliche Regulationsmechanismen. So nimmt der Köper im erhitzten Auto dreimal so viel Energie auf wie der eines Kindes, das bei 33 Grad draußen in der prallen Sonne steht. Durch Transpiration und Atmung kann aber gerade ein Viertel der zugeführten Energie wieder abgeführt werden - ein Grund dafür ist auch die fehlende Luftbewegung im Wagen.

Die Hyperthermie-Gefahr ist dabei für Kinder noch deutlich größer als für Erwachsene, so die Autoren. Erklärt wird dies damit, dass kleine Kinder eine relativ geringe Oberfläche im Vergleich zum Körpervolumen haben - die Verdunstung kühlt daher schlechter, auch ist die Wärmeabsorption höher.

Die kritischen Zeitlimits, wie sie in der Tabelle markiert sind und auf Hitzewarnungen für Erwachsenen im Freien beruhen, sollten für Kinder folglich noch konservativer angewandt werden. Bei 35 Grad Außentemperatur wird daher für Kinder unter ungünstigen Bedingungen tatsächlich schon nach 15 Minuten ein lebensgefährliches Innenklima erreicht (Bull Am Meterol Soc online).

Lesen Sie dazu auch: Trotz tropischer Hitze: Arztpraxen dürfen nicht zur Sauna mutieren

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