Ärzte Zeitung, 12.12.2011

Normale Entwicklung trotz extremer Frühgeburt

Bei Geburt waren sie nicht größer als ein iPhone. In den USA geborene Frühchen wurden trotzdem ohne Schäden groß.

MAYWOOD (eis). Sie gehören zu den kleinsten überlebenden Frühchen, die jemals geboren wurden: Madeline aus dem Jahr 1989 mit 280 g Geburtsgewicht und Rumaisa aus dem Jahr 2004 mit 260 g Geburtsgewicht.

Beide wurden am Loyola University Medical Center perinatal betreut, und beide haben sich ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen normal entwickelt, berichten Ärzte des Zentrums (Pediatrics 2011, online 12. Dezember).

Solche Ausgänge einer extremen Frühgeburt seien nicht typisch, räumen die Neonatologen ein. Die meisten Kinder mit extrem niedrigem Geburtsgewicht sterben, oder sie wachsen mit schweren Schäden auf wie zerebraler Lähmung, geistiger Behinderung oder Erblindung.

Vorteile für Mädchen

Die heute 22-jährige Madeline hat es hingegen an die Universität gebracht, und die siebenjährige Rumaisa besucht die normale Grundschule. Beide sind aber sehr klein geblieben.

Die Kinder hatten Vorteile, so die Ärzte. Frühgeborene Mädchen entwickeln sich häufig besser als Jungen. Die Schwangerschaft war bei beiden Müttern relativ weit fortgeschritten (Ende der 25. und Ende der 26. Woche).

Vor der Geburt hatten die Schwangeren zudem Steroide eingenommen, was die Lungen und Hirne der ungeborenen Mädchen schneller reifen ließ. Beide Mütter hatten als Schwangere Präklampsie.

Wegen des verminderten Blutflusses in der Placenta kam es zu Wachstumsverzögerungen. Normalerweise hätten Feten bereits in der 18. Woche ein Gewicht wie die beiden Frühchen bei ihrer Geburt, berichten die Ärzte.

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