Ärzte Zeitung, 02.03.2012

Schnitzel aus Feldfrüchten

MÜNCHEN (eb). Es sieht aus wie ein Schnitzel und es kaut sich sogar wie eines - doch die Zutaten sind 100 Prozent pflanzlich. Forscher aus Bayern haben jetzt ein neues Verfahren entwickelt, mit dem sich Fleischersatz fertigen lässt.

"Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass viele Europäer bereit sind, auf Fleisch zu verzichten, doch bisher gibt es wenig Alternativen", wird Florian Wild vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising in einer Mitteilung des Instituts zitiert.

Das soll sich jetzt ändern: Gemeinsam mit europäischen Kollegen wollen die Bayern eine einfache Produktionskette entwickeln, mit der sich aus rein pflanzlichen Rohstoffen ein Fleisch-Substitut fertigen lässt, das den Verbraucherwünschen entspricht.

Weizen, Erbsen, Lupinen und Soja

Für die Produktion eignen sich Weizen und Erbsen, Lupinen und Soja, erläutert Wild: "Wir legen uns bewusst nicht auf eine Pflanzenart fest, weil viele Menschen allergisch auf die eine oder andere Substanz reagieren.

Mittlerweile haben wir verschiedene Rezepturen entwickelt. Sie sind die Grundlage für ein Produktspektrum, das Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten oder Allergien eine breite Auswahl bietet."

Wie aber wird aus den Feldfrüchten Fleisch? Speziell für Fleischsubstitute nutzen Wild und seine Kollegen ein neues Verfahren: Die Hauptzutaten - Wasser und Pflanzenproteine - werden aufgekocht und langsam abgekühlt.

Mit sinkender Temperatur beginnen die Eiweißmoleküle, Ketten zu bilden. So entsteht eine faserige Struktur, die der von Fleisch sehr ähnlich ist.

Topics
Schlagworte
Panorama (30767)
Ernährung (3397)
Krankheiten
Allergien (3093)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Offenbar liegt‘s am Bauchspeck

Wer genetisch bedingt schon als Kind zu Übergewicht neigt, hat auch ein erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabetes. mehr »

Jahrhundert-Chance oder Anmaßung?

Darf der Mensch alles, was er kann? Wieder einmal stellt sich diese Frage, seit in den USA erfolgreich Embryonen-DNA verändert wurde. Zwei Redakteure der "Ärzte Zeitung" diskutieren das Für und Wider. mehr »

Ärzte in Barcelona haben schnell reagiert

Ärzte – vor allem Chirurgen – und Pflegefachkräfte in Barcelona und Tarragona standen nach den Terroranschlägen sofort parat. Zwölf Menschen kämpfen jedoch noch immer um ihr Leben. mehr »