Ärzte Zeitung, 12.03.2012

Viele junge Leute suchen nach Stasi-Akten

BERLIN (dpa). Immer mehr junge Menschen wollen mit Hilfe der Stasiunterlagen-Behörde nach Angaben ihres Leiters eine mögliche Stasi-Vergangenheit ihrer Familien erforschen.

Dabei möchten sie klären, ob tote Familienangehörige in die Aktivitäten des DDR-Geheimdienstes verstrickt oder von ihnen betroffen waren, wie Behördenleiter Roland Jahn der "Mitteldeutschen Zeitung" (Montag) sagte.

Die zunehmende Zahl von Anträgen auf Einsicht in Akten Verstorbener zeige, "dass die nächste Generation wissen will, wie ihre Eltern und Großeltern gelebt haben."

Im Januar und Februar 2012 habe sich die Zahl dieser Anträge auf 1135 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu verdoppelt.

Früher mussten diese Anträge abgewiesen werden. Nun sei die Akteneinsicht mit der zu Jahresbeginn in Kraft getretenen Novelle des Stasi-Unterlagen-Gesetzes erleichtert worden, sagte Jahn.

Jetzt könne Familienangehörigen auch dann Einsicht gewährt werden, wenn sie die Einflussnahme der Staatssicherheit auf ein Familienschicksal ergründen wollten.

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