Ärzte Zeitung, 13.03.2012

Verantwortung ist gesund

HAMBURG (maw). Der Manager-Beruf birgt wenige gesundheitliche Risiken und gilt daher als ziemlich gesund. Das haben Experten der Hochschule Aalen für das Lifestyle-Magazin "Men's Health" herausgefunden.

Wie das Magazin mitteilt, haben die Forscher Daten von Berufsgenossenschaften und anderen Versicherungen aus den Jahren 2010 und 2011 ausgewertet.

Ergebnis: Manager haben mit - in Schulnoten ausgedrückt - 1,6 den gesündesten Beruf. Die Note teilen sie sich mit Politikern, Richtern und Steuerberatern.

Ärzte, Apotheker und Psychologen bekommen eine 2,0, Kranken- und Altenpfleger sowie Medizinisch-technische Assistenten eine 4,8. Schlusslicht sind Bauarbeiter mit einer 5,2.

[14.03.2012, 23:23:01]
Dr. Horst Grünwoldt 
Manager-Gesundheit
Vor ein paar Jahrzehnten gab es noch eine "Manager-Krankheit".
Darunter verstand man im Volksmund eine besondere psychogene Herz-Kreislauf-Belastung ohne körperliche Kompensation mit dem hohen Gesundheits-Risiko, am Herzinfarkt vorzeitig zu erkranken oder zu sterben.
Haben sich denn inzwischen die gutbezahlten leitenden Angestellten oder Selbständigen derart robust durch Ausgleichssport und gesunde Ernährung (ohne fast food) entwickelt und "gemanaged", daß sie gar nicht mehr unter der doppelten Arbeitsbelastung, Anspannung und Verantwortlichkeit für "Untergebene" (Nachgeordnete) leiden müssen? Oder haben sie sogar gelernt, nicht nur die Aufgabenerfüllung, sondern zugleich auch noch die belastende Verantwortung für ihre Entscheidungen an andere Mitarbeiter "abzudrücken" (zu delegieren)? So etwas meine ich schon unter "Polit-Managern" erlebt zu haben.
Oder sind unsere jungen Nachwuchs-Manager gar von ihren stress-steigernden Völlereien (viel Alkohol und Cola trinken, viel Autofahren, viele oberflächliche Beziehungen knüpfen, viele ergebnislose Sitzungen abhalten, viele Alpträume durchschlafen u.s.f.) abstinent geworden.
Mich selbst würden mal die gesundheitlichen Parameter von Börsen-Junkies interessieren, nachdem sie 10 Jahre lang "gebroked" haben.
Daß Ärzte, Apotheker und Psychologen eine durchschnittlich gut Gesundheit aufweisen, leuchtet mir ein. Schließlich sind sie Vertreter der Medizinal-Berufe.
Bei meinem Tierärzte-Berufsstand sieht das nicht mehr ganz so gut aus.
Daß Bauarbeiter beruflich einen besonders hohen körperlichen Verschleiß unterliegen, durch Bau-Stillstands-Zeiten im Winterhalbjahr auch nervlich (und finanziell) leiden, war mir auch ohne "Studie" schon bekannt.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »