Ärzte Zeitung, 26.08.2013

Syrien

Ärzte ohne Grenzen melden hunderte Giftgasopfer

BERLIN. Der Verdacht, dass in Syrien Hunderte von Menschen einem Giftgas-Angriff zum Opfer gefallen sind, hat sich am Wochenende erhärtet.

Drei Krankenhäuser im Großraum Damaskus haben nach Informationen der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" am vergangenen Mittwoch binnen weniger Stunden rund 3600 Syrer mit "neurotoxischen Symptomen" behandelt.

Die Hilfsorganisation beruft sich auf Berichte aus diesen Krankenhäusern, mit denen sie nach eigenen Angaben seit 2012 eng zusammenarbeitet.

355 der Patienten seien gestorben, wie Ärzte ohne Grenzen am Samstag in Brüssel mitteilte.

Deutliche Hinweise auf Nervengift

Ärzte ohne Grenzen berichteten weiter, die Menschen hätten unter Zuckungen, starkem Speichelfluss und Atemnot gelitten.

Die Organisation könne die Ursache dafür zwar nicht wissenschaftlich nachweisen. Alles deute aber darauf hin, dass sie einem Nervengift ausgesetzt gewesen seien.

Wer für den Giftgaseinsatz verantwortlich ist, ist derweil nicht zweifelsfrei geklärt. Die Bürgerkriegsparteien werfen sich gegenseitig vor, Urheber der Angriffe zu sein. (dpa)

Topics
Schlagworte
Panorama (30883)
Organisationen
Ärzte ohne Grenzen (433)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Welche Gesundheitspolitiker bleiben im Bundestag?

So sehr sich der Bundestag verändert - viele aus der Gesundheitspolitik vertraute Gesichter werden vermutlich wieder im Gesundheitsausschuss arbeiten. Eine Auswahl. mehr »

Impfpflicht löst Masernproblem nicht

Eine Impfpflicht bei Masern würde ungeimpfte Erwachsene als Verursacher nicht erreichen und Skeptiker vor den Kopf stoßen. Ausbrüche sind nur mit mehr Engagement zu verhindern, so RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler. mehr »