Ärzte Zeitung online, 23.09.2015

Knollenblätterpilz

Wieder ein Toter durch Vergiftung

Ein aus Rumänien stammender Mann ist nach dem Verzehr selbst gesammelter hochgiftiger Knollenblätterpilze gestorben. Erst kürzlich hatte es unter Flüchtlingen mehrere Vergiftungen und auch einen Todesfall gegeben.

MÜNSTER. Es ist der zweite Todesfall durch einen Knollenblätterpilz in dieser Woche: Wegen einer schweren Vergiftung ist im Uniklinikum Münster am Dienstagabend ein 44-jähriger Mann gestorben.

Er habe zuvor einige selbstgesammelte Knollenblätterpilze gegessen, sagte eine Klinik-Sprecherin am Mittwoch.

Der Mann aus Lengerich im Münsterland stammt aus Rumänien. Zuletzt berichteten Ärzte immer wieder über Vergiftungen bei Pilzsammlern aus Osteuropa und Flüchtlingen aus dem Mittelmeerraum.

Verwechslungsgefahr mit Champignons

Es besteht Experten zufolge Verwechslungsgefahr mit Champignons oder etwa dem im Mittelmeerraum verbreiteten essbaren Eier-Wulstling.

Zuletzt waren Flüchtlinge unter anderem aus Syrien Opfer geworden: Im Raum Hannover waren seit vergangener Woche mehr als 30 Menschen behandelt worden - ausnahmslos Asylsuchende.

Am Montag war ein 16-jähriger Syrer gestorben. Mit mehrsprachigen Plakaten soll nun etwa in Flüchtlingsunterkünften vor dem Verzehr der Giftpilze gewarnt werden.

Bei dem 44-Jährigen in Münster habe auch eine Lebertransplantation den Vergiftungsprozess nicht aufhalten können, teilte die Klinik mit.

Er wurde seit Donnerstag in Münster behandelt, nachdem er mit Übelkeit und Erbrechen die Notaufnahme aufgesucht hatte. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alzheimer-Anzeichen schon 25 Jahre vor Ausbruch

Die Alzheimer-Demenz kündigt sich in einigen Formen offenbar lange vor Krankheitsbeginn an. Das bringt Zeit, um die Erkrankung zu verhindern - womöglich sogar zwei Jahrzehnte. mehr »

Konzept der E-Patientenakte steht

Die elektronische Patientenakte nimmt konkrete Formen an. Ärzte, Zahnärzte, Krankenkassen und gematik haben sich auf ein Vorgehen zur Gestaltung der ePA geeinigt. Die Industrie bleibt vorerst außen vor. mehr »

Placebo ist nicht gleich Placebo

Ein Scheinmedikament zu verordnen, gilt manchen Ärzten als anrüchig - andere halten es für legitim. Bei vielen hängt es davon ab, woraus das spezielle Placebo besteht. mehr »