Ärzte Zeitung, 20.01.2017
 

Autismus: Ein Erklärbuch für Kinder

Dagmar Eiken-Lüchau hat eine Tochter mit Autismus-Störung. Um anderen Kindern das Thema zu erklären, hat die Mutter ein Buch geschrieben.

Autismus: Ein Erklärbuch für Kinder

Mia: Dagmar Eiken-Lüchau und Tanja Husmann, Neufeld Verlag (2016), ISBN 978-3862560790

Mia geht in den Kindergarten wie andere Kinder. Und doch ist sie anders. Mia ist Autistin – und am Anfang wissen die anderen in ihrer Gruppe nicht, wie sie mit ihr umgehen sollen. Doch dann entdecken sie, dass man sehr wohl mit Mia kommunizieren kann. Und dass das Mädchen mit den blonden Locken Musik und Seifenblasen liebt – und manchmal Hilfe braucht.

Das Vorlesebuch "Mia – meine ganz besondere Freundin" soll Kindern ab vier Jahren das Thema Autismus begreifbar machen. Dabei taucht der Begriff Autismus in der bunt illustrierten Geschichte selbst nicht auf, sondern wird erst in einem Editorial am Ende des Buchs erklärt.

Autorin Dagmar Eiken-Lüchau ist selbst Mutter von fünf Kindern, darunter auch eine Tochter mit Autismus-Störung. Bevor Mia in einen integrativen Kindergarten kam, suchte Dagmar Eiken-Lüchau nach einem Buch, mit dem sie die anderen Kinder auf Mias Verhaltensweisen vorbereiten konnte.

Interview

Autorin Dagmar Eiken-Lüchau im Video-Interview:

http://tinyurl.com/j4bm4ah

Als sie nicht fündig wurde, kam die Mutter auf die Idee, selbst einen Erklärtext für die anderen Kinder und deren Eltern zu verfassen. In nur vier Nächten schrieb sie die Geschichte und ließ 30 Exemplare drucken.

Dagmar Eiken-Lüchau hatte nicht damit gerechnet, dass auch andere Eltern und Einrichtungen sich für das selbstgemachte Buch interessieren würden. Die positive Resonanz überraschte sie selbst.

Und so gab die Autorin ihre Geschichte schließlich, ergänzt um professionelle Illustration, im Neufeld Verlag heraus, einen Schwerpunkt-Verlag für Bücher über Kinder mit Behinderung, besonders Autismus und Down-Syndrom. "Viele benutzen das Buch nicht nur, um Autismus zu erklären", berichtet die Autorin. Eine Leserin habe ihr geschrieben, im Zuge der Inklusion müssten sich Kinder auch generell mit Andersartigkeit auseinander setzen. (aze)

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