Ärzte Zeitung online, 27.10.2017

Mensch und Tier

Gezielter Dackelblick

Eigentlich gingen Forscher davon aus, dass die tierische Mimik nur der unfreiwillige Ausdruck eines emotionalen Zustandes ist. Eine britische Studie zeigt nun aber, dass Hunde ihre Mimik bewusst einsetzen können, um zu kommunizieren.

Von Alice Lanzke

Wenn der Hundeblick ganz bewusst eingesetzt wird

Blick aus Hundeaugen – ein Mittel der Kommunikation.

© DoraZett/stock.adobe.com

PORTSMOUTH. Hunde können ihre Mimik – darunter den sprichwörtlichen Dackelblick – gezielt zu Kommunikationszwecken einsetzen. Das legt eine britische Studie mit dem Titel "Human attention affects facial expressions in domestic dogs" im Fachblatt "Scientific Reports" nahe.

Die Biologin Juliane Kaminski von der Universität Portsmouth und ihr Team hatten Experimente mit insgesamt 24 Familienhunden verschiedener Rassen gemacht. Dabei zeigten die Vierbeiner mehr Gesichtsausdrücke, insbesondere den Hundeblick mit hoch gezogenen Augenbrauen, wenn sie die direkte Aufmerksamkeit eines Menschen hatten. Die Forscher folgerten daraus, dass derartige mimische Ausdrücke demnach gezielte Kommunikationsversuche der Tiere sein könnten.

Fast alle Säugetiere produzieren Gesichtsausdrücke. Bislang gingen viele Experten aber davon aus, dass die tierische Mimik – egal wie expressiv sie teilweise ist – unfreiwilliger Ausdruck eines emotionalen Zustan des ist, und kein absichtlicher Versuch der Kommunikation. Lediglich bei Primaten wie Orang-Utans wurde beobachtet, dass ihre Mimik durch die Anwesenheit eines Publikums beeinflusst wird. (dpa)

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