Ärzte Zeitung online, 23.03.2018

Agrarlandforschung

Mücken schon auf der Startbahn

Der Frühling naht, schon bald werden junge Mücken in größeren Mengen aktiv - und stechen zu.

Mücken sitzen schon in den Startlöchern

Bald wieder Mückenschwärme?

© Jochen Lübke / dpa

MÜNCHEBERG. Nach dem langen Winter sind die Mücken für den Start ins neue Frühjahr bereit. Sobald die Tagestemperaturen über sechs, sieben Grad Celsius steigen, würden die Insekten ausschwärmen und Brutplätze suchen, sagte Mücken-Expertin Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg bei Berlin.

Zur Eiablage dienen flache Wasserflächen auf Feldern, Pfützen auf Wegen, aber auch Regentonnen im heimischen Garten. Eine Mücke könne bis zu 300 Eier auf einmal ablegen, erläuterte Walther. Werde es in den nächsten Wochen angenehm warm, befördere dieses Wetter das Schlüpfen der Mücken. Die Biologin rechnet dann spätestens Anfang bis Mitte Mai damit, dass die jungen Mücken in größeren Mengen aktiv werden und zustechen.

Die aus den Tropen eingewanderte Asiatische Buschmücke etwa hat sich nach neuen Erkenntnissen bereits der Kälte angepasst. "Bis zu Minus 20 Grad machen ihr nichts mehr aus", sagt Walther und verweist auf den Mückenatlas. Dieses seit 2012 im Aufbau befindliche Portal soll wertvolle Hinweise auf die Verbreitung der heimischen Stechmücken und zugewanderter exotischer Arten liefern.

Der Clou ist die breite Bürgerbeteiligung: Jeder kann in seiner Umgebung vorkommende Mücken einfangen und an das ZALF schicken.

Das ZALF arbeitet mit dem Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit (FLI) in Greifswald zusammen, wo untersucht wird, welche Krankheitserreger Mücken auf Menschen übertragen können. Bereits nachgewiesen sind beispielsweise West-Nil-Fieber, Chikungunya-Fiebers oder das Dengue-Fieber. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »