Ärzte Zeitung, 17.12.2010

Fundsache

Porno-Mail galt als Dienstunfall

Vorgesetzte sollten sich genau überlegen, welche E-Mails sie an ihre Mitarbeiter weiterleiten - im Zweifelsfall könnten sie einen Dienstunfall auslösen, für den der Arbeitgeber aufkommen muss. In einem solchen Fall verurteilte jüngst das Düsseldorfer Verwaltungsgericht den Dienstherrn eines Landesbeamten in Nordrhein-Westfalen.

Der hatte von seinem Vorgesetzten eine sexuell anstößige Mail erhalten. Nach dem Anschauen der Bilder, die das Gericht als "abstoßende Darstellungen weiblicher Geschlechtsorgane" umschrieb, meldete der Beamte den Vorgang als Dienstunfall. Er habe eine psychische Erkrankung davongetragen.

Ein Gutachter bestätigte dies: Der Beamte leide, verursacht durch die Bilder, an einer Zwangsstörung, die sich in Zwangsgedanken äußere. Nun muss das Bundesland für sämtliche Behandlungskosten und Spätfolgen aufkommen. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Mehr Sicherheit vor Arzneimittel-Pfusch

Die aktuellen Arznei-Skandale haben den Gesetzgeber auf den Plan gerufen. Die Kompetenz der Bundesinstitute bei Rückrufen soll gestärkt, der Arzneimittelvertrieb sicherer werden. mehr »

Muster-Weiterbildung in trockenen Tüchern

Der Vorstand der Bundesärztekammer hat einstimmig die Gesamt-Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung (MWBO) für Ärzte beschlossen und veröffentlicht. mehr »

Zehn Regeln für die Rheuma-Therapie

In der medikamentösen Behandlung von älteren Rheuma-Patienten gilt es für Ärzte, einiges zu beachten. Rheumatologen haben zehn Empfehlungen verfasst. mehr »