Ärzte Zeitung, 07.12.2005

Optimiert Niacin plus Statin den Schutz vor KHK?

Klinische Studie gestartet

BENSBERG (miz). Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko profitieren vermutlich von der LDL-Senkung und gleichzeitigen HDL-Anhebung. In einer Studie wird das jetzt mit einer Kombination von retardierter Nikotinsäure (Niaspan®) und Simvastatin im Vergleich zur Simvastatin-Monotherapie geprüft.

In die gerade begonnene AIM-HIGH-Studie sind über 3300 Patienten mit kardiovaskulärer Erkrankung und niedrigem HDL-Spiegel (unter 40 mg/dl bei Männern und unter 50 mg/dl bei Frauen) sowie erhöhten Triglyzeridwerten (über 150 mg/dl) aufgenommen worden.

Das hat Professor Eberhard Windler vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf auf einer von Merck Pharma unterstützten Veranstaltung in Bensberg berichtet. Die Bezeichnung AIM-HIGH steht für Atherothrombosis Intervention in Metabolic Syndrome with Low HDL-C/High Triglyceride and Impact on Global Health Outcomes.

Die Patienten werden sechs Jahre lang entweder mit Simvastatin allein oder mit Simvastatin plus retardierter Nikotinsäure behandelt. Erwartet wird eine um mehr als 50 Prozent reduzierte Rate der kardio- und zerebrovaskulären Ereignisse mit der Kombination.

Die Wirksamkeit der retardierten Nikotinsäure zur Anhebung des HDL-Cholesterins wurde in der 2004 publizierten Studie ARBITER-II dokumentiert. Die Abkürzung steht für Arterial Biology for the Investigation of the Treatment Effects of Reducing Cholesterol.

In der Studie wurde mit der Nikotinsäure der HDL-Spiegel über ein Jahr um 30 bis 40 Prozent angehoben, ferner sanken das LDL um etwa 20 Prozent, die Triglyzerid-Werte um bis zu 40 Prozent und das Lipoprotein (a) um etwa 25 Prozent. Die Flushs, die die klinische Verwendung der Nikotinsäure bisher limitierten, waren mit der neuen Präparation stark reduziert.

"Außerdem verschlafen die Patienten bei der hier empfohlenen abendlichen Einmalgabe den Flush sowieso", meinte Windler. Wenn die AIM-HIGH-Studie das angestrebte Ziel erreichen sollte, dürfte der Weg für eine Kombinationstherapie bei Fettstoffwechselstörungen mit Niacin plus Statinen frei sein, so der Kardiologe.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

Konsequente Strategie gegen Diabetes

Angesichts der epidemischen Zunahme von Diabetes-Patienten in Deutschland, muss die nächste Bundesregierung unbedingt den Nationalen Diabetesplan umsetzen. mehr »