Ärzte Zeitung, 05.10.2006

René-Schubert-Medaille für Enoxaparin verliehen

Thromboseprophylaxe wurde wesentlich vereinfacht

POTSDAM (gvg). Für das niedermolekulare Heparin Enoxaparin wurde Sanofi-Aventis mit der René-Schubert-Medaille der Zeitschrift "Der Hausarzt" ausgezeichnet. Die Substanz hat die Thromboseprophylaxe vereinfacht und war Wegbereiter der ambulanten Thrombosetherapie. Die Preisvergabe fand beim Hausärztetag in Potsdam statt.

Dr. Monika von Berg von "Der Hausarzt" überreicht Dr. Dieter Paar von Sanofi-Aventis die René-Schubert-Medaille. Foto: Sanofi-Aventis

Zur Erinnerung: In der MEDENOX-Studie (Prophylaxis in Medical Patients with Enoxaparin) wurde die Prophylaxe mit einmal täglich 40 mg Enoxaparin subkutan im Vergleich zu Placebo getestet.

Teilnehmer waren 1102 Patienten mit erhöhtem Thromboserisiko wegen schwerer internistischer Erkrankungen. Bei einer ein- bis zweiwöchigen Enoxaparin-Therapie war die Rate der venösen Thromboembolien um 63 Prozent geringer als mit Placebo. Mit Enoxaparin hatten 5,5 Prozent und mit Placebo 14,9 Prozent thromboembolische Ereignisse (NEJM 341, 1999, 793).

Das Präparat ist zur Primärprophylaxe tiefer Venenthrombosen bei chirurgischen Patienten zugelassen. Zugelassen ist es außerdem für nicht-chirurgische Patienten mit mittlerem oder hohem Thromboserisiko bei akuten, schweren internistischen Erkrankungen (Herzinsuffizienz Grad III oder IV, respiratorische Erkrankungen, Infektionen), die eine weitgehende Bettlägerigkeit zur Folge haben.

Auch viele ambulant behandelte Patienten sollten eine Thromboseprophylaxe bekommen, so Professor Sylvia Haas aus München. Das gelte besonders bei Thrombose in der Anamnese, Thrombophilie oder Alter über 70 Jahre. Dann bestehe bereits bei akuten Infekten mit Bettlägrigkeit oder akuten entzündlichen Erkrankungen, die zeitweise mit Immobilisierung einhergingen, die Indikation zur Prophylaxe.

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