Ärzte Zeitung online, 16.07.2019

Klima-Studie

Berlin bis 2050 so warm wie Canberra

Schweizer Forscher berechnen Folgen des Klimawandels für weltweit 520 Städte.

ZÜRICH/BERLIN. In etwa 30 Jahren könnten in Berlin Temperaturen herrschen wie im australischen Canberra. Auch in Hamburg, Köln und München werde das Thermometer bis 2050 stark nach oben klettern, berechnete ein Forscherteam um Jean-Francois Bastin von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich.

Um die Auswirkungen des weltweiten Klimawandels zu verdeutlichen, verglichen die Forscher die Vorhersagen für 520 Städte weltweit mit aktuellen Temperaturen auf anderen Teilen der Erde. Für 77 Prozent der Städte ergebe sich demnach ein drastischer Unterschied zu heute, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „PLOS ONE“. Das Klima in Berlin werde sich an das von Australiens Hauptstadt annähern.

Hamburg und Köln erwärmen sich demnach bis zum Jahr 2050 auf ein Level, das mit dem des Kleinstaats San Marino vergleichbar sei, der in Mittelitalien liegt. München werde Temperaturen erleben wie aktuell das etwa 350 Kilometer südlich davon gelegene Mailand. In London würden die Temperaturen so hoch klettern wie derzeit in Barcelona, in Madrid so hoch wie heute in Marrakesch. 22 Prozent der Städte würden außerdem Klimabedingungen erleben, wie sie zurzeit in keiner Großstadt existieren. Die Forscher hatten das Klimaszenario RCP4,5 genutzt, das von einer vergleichsweise moderaten Klimaentwicklung ausgeht.

Gleichzeitig entsteht in Berlin eine neue Einrichtung zur Erforschung des Klimawandels: Die drei großen Berliner Universitäten und die Charité planen ein neues Zentrum zu dem Thema. Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen sollen dort gemeinsam forschen.

„Die Bewegung „Fridays for Future“ hat einmal mehr deutlich gemacht, wie groß der politische und gesellschaftliche Handlungsdruck beim Thema Klimawandel ist“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Fakultäten. Es gebe Gespräche mit der Protestbewegung zu möglichen Formen der Zusammenarbeit. Details, etwa zur Finanzierung des Vorhabens, wurden noch nicht genannt. (dpa)

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