Ärzte Zeitung, 29.10.2012

Medienmarkt

Neue Technik sorgt für Dynamik

Die rasante technische Entwicklung in der Medienwelt macht keine Pause: Immer mehr Menschen haben weltweit Zugang zum Netz. Neue Geräte fordern neue Darstellungsformen von Medienunternehmen.

Von Rebecca Beerheide

Neue Technik bringt Dynamik in den Medienmarkt

Die Zeitungsherstellung ist zu einer technischen Höchstleistung geworden. Immer mehr Zeitungsausgaben gibt es mittlerweile auf Tablet-Computer.

© imago (l.), Brian Jackson / fotolia.com (r.)

NEU-ISENBURG. Multimedia ist das Schlagwort des neuen Jahrtausends: Die Verschmelzung von Computer, Telekommunikation, elektronischen Massenmedien und Unterhaltungselektronik zu Multimedia prägt die Zeit.

Die Verbreitung von Computern, Handys, die Nutzung des Internets sowie das Aufkommen von Smartphones verändern die Kommunikation der Menschen mit ihrer Umwelt.

Der Kommunikationswandel rückt neue Geschäftsmodelle und Unternehmen in den Fokus der Öffentlichkeit: das Suchmaschinenunternehmen Google, das soziale Netzwerk Facebook, die Handelsplattform Ebay, die Suchmaschine Yahoo oder der Versandhändler Amazon -  um nur einige wenige zu nennen.

Sie alle starteten als "Garagenunternehmen" und sind binnen kürzester Zeit zu Großkonzernen und internationalen Wirtschafts-Playern gewachsen.

Rund 2,4 Milliarden Menschen sind online

Unternehmen, die beispielsweise klassische Printmedien wie Zeitungen oder Zeitschriften herstellen oder im privatrechtlich-organisierten Rundfunk tätig sind, stellt diese Entwicklung vor eine neue Herausforderung: Immer mehr Leser, Fernsehzuschauer und Radiohörer lesen, schauen und hören Zeitungsartikel, Fernsehbeiträge und Radiostücke nur noch online.

Was für den Nutzer den positiven Effekt hat, dass er nun aus sehr vielen nationalen und auch internationalen Medien sich über Themen informieren kann, die ihn interessieren, birgt für Verlage und Rundfunkstationen die Herausforderung, mit ihren Produkten auch weiterhin Geld zu verdienen.

Denn das neue Medium macht den "alten" Medien das Publikum und auch die Werbeeinnahmen streitig.

Zu Beginn des Jahrtausends wird der Onlinejournalismus noch als "Experimentierfeld" unter Fachexperten gesehen. Viele Verlage bauen ihre Online-Auftritte technisch weiter aus, greifen aber inhaltlich auf das "Muttermedium" zurück.

Neue Gestaltungsformen werden ausprobiert und oft wieder verworfen. Denn finanziell tragen sich die Onlineaktivitäten vieler Verlage nicht.

Gleichzeitig gibt es weiterhin eine gewisse Skepsis über das "Internet" -  doch die Entwicklung ist so rasant, dass sie nicht als eine "Modeerscheinung" abgetan werden kann: Während 2001 noch rund 400 Millionen Menschen Zugang zum Internet hatten, sind es nach Berechnungen des Online-Dienstes "Internet World Stats" im Juni 2012 bereits 2,4 Milliarden Menschen, die mobil oder über ihren PC Zugang zum Netz haben.

Damit sind rund 34 Prozent der Weltbevölkerung online. Zum Vergleich: Es dauerte 55 Jahre, bis rund 50 Millionen Menschen ein Auto hatten, 13 Jahre, bis 50 Millionen Menschen ein TV-Gerät besaßen -  und nur drei Jahre, bis 50 Millionen Menschen einen Internetanschluss hatten.

Datensicherheit rückt in den Fokus

In Deutschland nutzen 2012 knapp 76 Prozent der Bevölkerung, also 53 Millionen, das Internet täglich. Nur jeder vierte Deutsche nutzt das Netz weder im Beruf noch zu Hause.

Laut dem "(N)Onliner Atlas 2012" sind 17,1 Millionen Deutsche ab 14 Jahren offline. Von den Nichtnutzern planen nur drei Prozent, sich künftig einen Anschluss zu zulegen.

Mit dem Entstehen der "Onlinewelt", die immer mehr persönliche Daten von ihren Nutzern fordert, entstehen auch neue Politik- und Regelungsfelder: Datensicherheit wird heftig diskutiert.

Besonders Unternehmen wie Facebook oder Google stehen in der Kritik, Daten ihrer Nutzer - die diese oft freiwillig, aber unwissend angeben - nicht genügend zu schützen.

Meldungen über das Ausspionieren von Kreditkartendaten bei Anbietern von Online-Spielen oder Bestellhäusern füllen immer wieder die Schlagzeilen.

Da die Bürger ihre Daten auch an immer mehr Behörden und Institutionen per Internet melden können oder müssen, wächst die Sorge vor dem "gläsernen Bürger". Zu einer Beruhigung der Diskussion tragen die betroffenen Unternehmen oftmals nicht bei.

Für Tageszeitungen hat sich im Umfeld dieser digitalen Revolution auch in der technischen Produktion einiges getan. So sind die Druckereien inzwischen technische Hochleistungszentren.

Viele Maschinen können inzwischen 47 Kilometer Papier in einer Stunde bedrucken oder 625 fertige Zeitungen in einer Minute mithilfe einer 18 Meter langen Rotationsdruckmaschine herstellen.

Für Zeitungsverlage gibt es seit Anfang 2010 eine neue Form, ihre Inhalte wie eine Zeitung, aber dennoch mobil und in einem neuen Format zu präsentieren: Wieder einmal wirbelt das kalifornische Unternehmen Apple mit der Vorstellung ihres Tablet-Computers "iPad" den Technikmarkt durcheinander.

Viele Publikumsmedien entwickeln seit Anfang 2011 Zeitungs- und Zeitschriftenausgaben für das Tablet.

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