Ärzte Zeitung, 25.06.2010

Fehlt Schweinsteiger beim Klassiker gegen England?

Fehlt Schweinsteiger beim Klassiker gegen England?

Nach dem 1:0-Sieg gegen Ghana bereitet sich die Deutsche Mannschaft auf das Achtelfinale vor - auf ein Klassiker-Spiel gegen England. Sorgen hat das Team derweil um Mittelfeld-Organisator Bastian Schweinsteiger.

ERASMIA (dpa). Bundestrainer Joachim Löw bangt vor dem WM-Achtelfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen England um den Einsatz von Mittelfeldchef Bastian Schweinsteiger und Abwehrspieler Jérome Boateng. "Bei beiden wird es kritisch", berichtete Löws Assistent Hansi Flick am Donnerstag.

Fehlt Schweinsteiger beim Klassiker gegen England?

Viele Ballkontakte, harter Kampf: Bastian Schweinsteiger ist mit vollem Einsatz dabei - auch am Sonntag?

© imago

Schweinsteiger klagt über eine Verhärtung in der hinteren Oberschenkelmuskulatur des rechten Beins, wegen der er bereits beim 1:0-Sieg gegen Ghana vorzeitig vom Platz musste. Boateng war in der Partie wegen einer Wadenverhärtung vorzeitig ausgewechselt worden. Entwarnung gab es bei Torschütze Mesut Özil, der kurz vor Spielende mit dem Fuß umgeknickt war. Der Bremer ist fit für England.

Das Spiel wird am kommenden Sonntag um 16 Uhr im Stadion von Bloemfontein eine Neuauflage eines Klassikers. Noch sind rund 1000 Tickets zu bekommen, teilte die FIFA mit. Die Sicherheitsvorkehrungen sollen noch einmal verstärkt werden.

Beckenbauer sieht Vorteile bei der deutschen Elf

Flick schob dem deutschen Erzrivalen die "Favoritenrolle" zu. Franz Beckenbauer erwartet im WM-Achtelfinale eine "tolle Fußball-Schlacht" zwischen Deutschland und England. "Was für Deutschland spricht: Unsere Power", schrieb der Weltmeister von 1974 in seiner Kolumne für die "Bild"-Zeitung am Donnerstag. "Die Engländer wirkten müde", stichelte Beckenbauer und befand, die "Three Lions" seien wegen der Vielzahl von Pflichtspielen auf der Insel "oft bei den WM- oder EM-Turnieren ausgebrannt". Dies sieht der 64-Jährige als Vorteil. "Unsere Spieler dagegen wirken körperlich in besserem Zustand", meinte er.

Das sehen die Engländer natürlich anders: Obwohl sie zuletzt sowohl bei der WM 1990 als auch der EM 1996 im Halbfinale im Elfmeterschießen an Deutschland gescheitert sind, sind sie diesmal vor dem Klassiker siegesgewiss. Stürmerstar Wayne Rooney, der bei der WM bislang ein Schatten seiner selbst war, hatte sich schon vor Tagen die DFB-Auswahl als nächsten Gegner gewünscht: "Damit wir sie schlagen können."

Doch muss Fußball-Deutschland nun diese Engländer fürchten? Wohl kaum. Auch wenn sich das Team aus dem Fußball-Mutterland gesteigert hat. Auch wenn Capello meint, beim 1:0 gegen Slowenien in Port Elizabeth den verloren geglaubten "Spirit" wiedergefunden zu haben und einige Spieler große Töne spucken. Es war nicht zu übersehen, dass die meisten Stars aus der teuersten Liga der Welt auch beim Sieg gegen den Außenseiter noch kein WM-Niveau erreicht haben - allein die Schlagzeilen der englischen Boulevardpresse sind vor dem Klassiker am Sonntag in Bloemfontein absolut top.

Viel Lob für den Torschützen Özil

"Her mit den Deutschen", titelte die Boulevardzeitung "The Sun" und ulkte von der "beer we go"-Taktik. Schon am Mittwochabend hatte das auflagenstärkste Blatt im Internet die alten Vorurteile bedient: "Macht Euch bereit für die deutsche Kriegsmaschine." Die "Daily Mail" meinte hingegen sorgenvoll: "Schon wieder diese Deutschen. Rechnet mit noch mehr Schmerz: Özil und Deutschland planen den nächsten WM-Jammer für England."

Özil, das neue "Juwel" in der Deutschen Mannschaft, könnte den Engländern wirklich gefährlich werden. Man feiert ihn bereits als "Zauberfuß". "Ich bin erst einmal erleichtert", sagte der Jung-Spielmacher der schwarz-rot-goldenen Fußball-Nationalmannschaft nach seinem Traumtor gegen Ghana. Der Fußball-Weltverband FIFA erklärte Özil daraufhin zum "Mann des Spiels" und übergab eine afrikanische Buschtrommel dafür, die Özil in den Stadion-Katakomben nochmals stolz präsentierte. Das Talent und die Fähigkeiten des gebürtigen Gelsenkircheners sind unumstritten

Dem Achtelfinale gegen England sieht Özil mit Freude und viel Zuversicht entgegen. Vor einem Jahr hatte er einen Treffer zum deutschen 4:0-Endspielsieg bei der U 21-EM über die Engländer beigetragen.

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