Ärzte Zeitung online, 16.02.2012

Japan senkt Strahlengrenzwerte für Lebensmittel

TOKIO (dpa). Über ein Jahr nach dem GAU im Atomkraftwerk Fukushima will Japan die Grenzwerte für radioaktiv belastete Lebensmittel deutlich senken.

Ein für Lebensmittelsicherheit zuständiges Gremium des Gesundheitsministeriums stimmte am Donnerstag dem Plan zu, den Grenzwert für radioaktives Cäsium bei Lebensmitteln wie Reis und Fleisch im April auf 100 Becquerel je Kilogramm festzusetzen.

Für Milch und Babynahrung sollen 50 Becquerel gelten und für Trinkwasser 10.

Nach Beginn der Atomkatastrophe in Folge des Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 hatte der Staat für Trinkwasser, Milch und Milchprodukte vorläufig einen Grenzwert von 200 Becquerel pro Kilogramm festgelegt sowie von 500 Becquerel für die drei Kategorien Gemüse, Getreide und andere Lebensmittel wie Fleisch, Eier und Fisch.

Dabei hatte die Regierung den durchschnittlichen Verbrauch eines Japaners zugrunde geleget, so dass die Organdosis 5 Millisievert pro Jahr nicht übersteigt.

Das Gesundheitsministerium beschloss, diesen Grenzwert auf ein Millisievert pro Jahr zu senken.

Das für Lebensmittelsicherheit zuständige Gremium wies laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo darauf hin, dass auch Lebensmittel, deren Belastung leicht über den neuen Grenzwerten liegt, kaum Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hätten. Bürgerverbände hatten dagegen noch striktere Grenzwerte gefordert.

Topics
Schlagworte
Japan (439)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

In welchem Alter die Lust an Bewegung schwindet

Kinder bewegen sich viel, rennen und toben gerne. Das ändert sich, wenn sie älter werden. Bislang dachte man, dass der Wandel mit der Pubertät einsetzt – doch weit gefehlt. mehr »

Alle vier Stunden ein Arzt weniger

Die Produktivität in der ambulanten Versorgung sinkt, warnt die KBV und macht darauf mit einer "Arztzeituhr" in ihrem Gebäude aufmerksam. Der Trend habe mehrere Gründe. mehr »

Wenn Männer mehr als zwei Hoden haben

Überzählige Hoden sind meist asymptomatisch. Bei einem jungen Mann mit akutem Skrotum machten australische Urologen jetzt einen überraschenden Zufallsbefund. mehr »