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Trendsportler haben hohes Unfallrisiko

BERLIN (gvg). Egal ob Rollerblader, Paraglider, Kitesurfer oder Mountainbiker: Viele Trendsportler leben gefährlich. Das Hauptproblem sind aber nicht die Sportarten an sich, sondern mangelndes Training und schlechte Ausrüstung.

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"Das Risiko eines tödlichen Unfalls ist beim Gleitschirmfliegen deutlich höher als zum Beispiel beim Motorradfahren", sagte der orthopädische Chirurg Professor Reiner Gradinger auf dem ersten gemeinsamen Kongreß der deutschen Orthopäden und Unfallchirurgen, der heute in Berlin beginnt. Beim Paragliding ereigne sich im Mittel pro 30 000 Sportstunden ein tödlicher Unfall. Beim Motorradfahren sei es "nur" einer pro 200 000 Stunden Fahrt.

Weniger lebensgefährlich, aber nicht weniger unfallträchtig sei das Mountainbiking. Pro 1 000 Stunden am Hang kommt es zu sieben Verletzungen bei Männern und zu zwölf bei Frauen, vor allem an der Schulter, an der Hand und im Gesicht. Anders ausgedrückt: Frauen, die zwei Wochen intensiv Mountainbike fahren, können statistisch mit einer Verletzung rechnen.

Verteufeln will Gradinger diese Sportarten aber keinesfalls. Das Problem sei eher, daß viele Menschen ein Mountainbike, ein Snowboard oder ein paar Rollerblades im Laden kaufen und einfach loslegen, ohne zuvor zumindest ein paar Trainingsstunden genommen zu haben. "Jeder vierte Blader kann zum Beispiel nicht bremsen", so Gradinger über das Ausmaß des Leichtsinns.

Häufig herrsche auch einfach Unwissen über die richtige Ausrüstung für die jeweilige Sportart. So ließen sich beim Snowboardfahren durch entsprechendes Equipment drei Viertel aller Handgelenksverletzungen und die Hälfte aller Knieverletzungen verhindern. Fazit: Wenn Trendsport, dann richtig vorbereitet und mit entsprechender Ausrüstung.

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