Ärzte Zeitung, 20.06.2007

Mit Fußball, Judo und Klettern werden sportliche Kinder zusätzlich gefördert

Sportelite-Projekt an Weimarer Gymnasium / Enge Zusammenarbeit mit Vereinen

WEIMAR (ddp). Sportunterricht fristet an vielen Schulen eher ein Stiefkind-Dasein. Ganz anders hingegen am Humbold-Gymnasium in Weimar. Dort werden bei dem Projekt "Athletik plus" sportlich talentierte Kinder jede Woche mit zwei Sportstunden zusätzlich zu den normalen drei Sportstunden gefördert.

Schüler beim Fußball. Ein Ziel beim Projekt "Athletik plus" ist es, durch eine Sportelite das Schulklima zu fördern. Foto: dpa

Im Schuljahr 2006/07 hat die Schule damit begonnen. Voraussetzung für die Aufnahme war die Zeugnisnote "eins" und die aktive Mitgliedschaft in einem Sportverein. Das Besondere an dem Projekt ist die enge Zusammenarbeit mit den Sportvereinen und dem Stadtsportbund.

Triathlon, Fußball und Judo standen im vergangenen Halbjahr auf dem Stundenplan. Und für jede Sportart kamen eigens Vereinstrainer. Derzeit sind Handball, Tennis, Badminton und Schwimmen dran. Und Kanu und Klettern stehen für das kommende Schuljahr schon fest.

"Das Ziel ist die Ausbildung einer sportlichen Elite mit Sozialkompetenz, die sich positiv auf die Persönlichkeit der Kinder und auf das Schulklima auswirkt", erläutert die Schulleiterin Doris Achenbach. Die Idee zu dem Projekt hatten die Fachberater Sport. Den passenden Namen "Athletik plus" fand die Sportlehrerin Anke Steinbrück. "Athletik war klar, weil wir die athletischen Grundlagen für eine ganzheitliche körperliche Entwicklung fördern wollen. Plus, weil wir zusätzlich zum Unterricht und dem Training in den Vereinen, an der Förderung der Kinder arbeiten", so Steinbrück.

"Man merkt schnell, welche Sportart die Kinder betreiben, die einen spielen super Fußball, beim nächsten sieht man schon an der Muskulatur, dass er Turner ist und andere wiederum sind so schmalgliedrig und ausdauerstark, dass sie Tri- oder Leichtathleten sein müssen", sagt Steinbrück. Aber alle müssen bei den verschiedenen Sportarten mitmachen. Die Mädchen hätten etwa beim Fußball erst gestöhnt. Doch nach getrenntem Training hätten auch sie den Fußball für sich entdeckt.

Leistungskontrollen mit Noten gibt es für ‚Athletik plus‘ nicht, aber Leistungshefte werden für jedes Kind geführt. Denn den Lehrern geht es nicht um einen Vergleich unter den Schülern, sondern darum, dass die Kinder an ihren Ergebnissen sehen, dass sie sich verbessert haben.

Von den 70 angemeldeten neuen Fünftklässlern kommen allein 40 wegen "Athletik plus" ans Humboldt-Gymnasium. Nicht alle können aber in das Projekt aufgenommen werden. Damit die anderen nicht zu kurz kommen, gibt es an der Schule verschiedene Sport-AGs und auch einen erlebnispädagogischen Förderunterricht, erklärt die Schulleiterin: "Denn uns ist jedes Kind wichtig, nicht nur die Sportelite."

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