Ärzte Zeitung, 27.11.2007

Saarland stellt sich bei Kindervorsorge gegen den GBA

SAARBRÜCKEN (kin). Im Streit um verpflichtende Kinder-Vorsorge-Untersuchungen legt sich der saarländische Gesundheitsminister Josef Hecken (CDU) mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) an.

Der GBA hatte es abgelehnt, das Thema Misshandlung und Vernachlässigung in die Richtlinien für die Kinder-Früherkennungs-Untersuchungen aufzunehmen (wir berichteten). "Diese Entscheidung ist nicht hinnehmbar", erklärte Hecken in Saarbrücken. "Kinder brauchen jeden erdenklichen Schutz", so der Minister.

Auch wenn ein Screening keine hundertprozentige Sicherheit darstelle, so sei es doch ein wichtiger Baustein, um Kinder zu schützen. Hecken verwies auf den Hungertod der fünfjährigen Lea Sophie aus Schwerin. Das Schicksal des Mädchens zeige, dass alles unternommen werden müsse, um gesundheitliche Gefährdungen oder gar den Tod von Kindern zu vermeiden.

Der GBA hatte zuvor erklärt, flächendeckende Tests im Zusammenhang mit Vorsorge-Untersuchungen seien nicht geeignet, um vorliegende oder drohende Misshandlungen nachzuweisen. Zur Begründung hieß es, für solche Screenings existierten keine verlässlichen Tests. Dies habe die Auswertung mehrerer Studien ergeben.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Der Transgender-Trend

Paradigmenwechsel? Transsexuelle lassen sich sogar selbstbewusst für den "Playboy" ablichten. Psychiater warnen aber vor einem Geschlechtsdysphorie-Hype unter Jugendlichen. mehr »

Deshalb gibt's immer mehr Parkinsonkranke

Die absolute Zahl der weltweiten Parkinsonkranken hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt. Forscher haben eine Vermutung, warum der Anstieg in manchen Ländern so stark ist. mehr »

Das Brexit-Brimborium

Unser Londoner Blogger Arndt Striegler hat alle Tests bestanden und ist nun britischer Staatsbürger. Doch auch als Passinhaber ist er sich sicher: Die Briten werden nach dem EU-Ausstieg nicht besser dastehen als vorher. mehr »