Ärzte Zeitung, 02.05.2008

Hausärzte sollten Männer mehr ins Visier nehmen

Appell der DAK Schleswig-Holstein nach Auswertung des Gesundheitsreports / Herzerkrankungen über Durchschnitt

KIEL (di). Hausärzte im Norden sollten sich stärker um die Männer kümmern. Dies empfiehlt die DAK nach Auswertung ihres Gesundheitsreports 2008 für Schleswig-Holstein. Besonders auf Herzkreislauferkrankungen sollte in den Praxen geachtet werden.

Konkurrenz, Karriere, Kollaps - nach diesem Motto leben nach Beobachtung von DAK-Landesgeschäftsführerin Regina Schulz noch immer viele Männer in Schleswig-Holstein.

Damit spielt sie auf die mangelnde Teilnahme von Männern an Vorsorgeuntersuchungen an. Nur jeder fünfte nimmt regelmäßig alle zwei Jahre an einer Gesundheitsuntersuchung teil. Zugleich sterben aber die Männer zwischen Nord- und Ostsee deutlich häufiger aufgrund von Arterienverkalkung (viermal so oft wie im Bundesdurchschnitt) und Herzinsuffizienz (26 Prozent über Bundesdurchschnitt).

Zugleich führen Herzinfarkte bei Männern fünf Mal so oft zu Fehltagen wie bei Frauen. "Hier müssen Männer mit Anreizsystemen und Bonusprogrammen stärker für die Klassiker der Prävention wie Bewegung, Raucherentwöhnung, Ernährungsumstellung motiviert werden", forderte Schulz. Auch vom Einsatz finanzieller Anreize verspricht sich die Kasse eine bessere Teilnahme, weil Männer darauf sensibler reagierten als Frauen.

Vor allem bei Männern um die 50 Jahre - hier spricht die DAK für Männer von einem "Gesundheitstief" - sieht die Kasse eine Chance zur Motivation zur Änderung des Lebensstils. Auf reine "Männerärzte" kann dagegen nach Ansicht der DAK verzichtet werden. Wichtiger seien Fortbildungen auf diesem Sektor. "Insbesondere Hausärzte sollten sich als Koordinatoren der Behandlung entsprechend qualifizieren", so Schulz.

Außer auf Hausärzte setzt sie auch auf Ansprache der Männer am Arbeitsplatz. Zusammen mit Betriebsärzten und Berufsgenossenschaften solle dort belastungsbezogene Prävention angeboten werden.

Topics
Schlagworte
Politik & Gesellschaft (75706)
Organisationen
DAK (1522)
Krankheiten
Herzschwäche (2018)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Gala mit Herz und Verstand

Mit einer festlichen Gala hat Springer Medizin pharmakologische Innovationen und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Preisträger vermittelten Hoffnung auf Heilung und auf Hilfe, hieß es am Donnerstagabend. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der deutschen pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »